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Porsche Cayman S – Mehr Sportwagen braucht man nicht!

Neuwagen / 11. Dezember 2015

Hätte man mich vor ein paar Jahren gefragt: Cayman oder 911? Meine Antwort wäre klar gewesen. Ich hätte die Antwort ohne zu zögern schneller beantwortet, als der Porsche Cayman S von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Ohne zu zögern hätte ich 911 gesagt und nun – ein paar Jahre später – muss ich wahrlich überlegen.

Gefahren bin ich den Porsche Cayman S, ein Mittel-Motor-Sportwagen mit einer Leistung von 325 PS.

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Die 325 Pferdestärken müssen mit einem Leergewicht von 1,35 Tonnen klar kommen und das klappt vorzüglich. In der Mitte sitzt er also, der 3,4 Liter Boxer V6, der jederzeitig dazu bereit ist, sein maximales Drehmoment von 370 Nm an das Doppelkupplungsgetriebe abzugeben.

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Die Höchstgeschwindigkeit? 281 km/h. Mit dem optionalen PDK und dem ebenfalls optionalen Sport Chrono Paket erreicht der Porsche Cayman S die 100 km/h Schallmauer in nur 4,7 s.

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…und dabei fährt er sich so wunderbar!

So fabelhaft, das man schnell vergisst, dass man gar keinen Elfer fährt. Okay, an den fehlenden Notsitzen könnte man es ausmachen, oder daran, dass der Elfer einen Ticken schwerer ist. Aber ansonsten vermittelt dieser Porsche einen 1A Kontakt zur Fahrbahn.

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Die Lenkung ist präzise und vermittelt eine perfekte Rückmeldung, die Bremsen zeigen sich standhaft und bissig, das Fahrwerk ist straff – im normalen Modus ggf. etwas zu straff – aber wir sitzen ja schließlich in einem Sportwagen.

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In einem Sportwagen, der sich jederzeit gut kontrollierbar präsentierte und mit sehr guten Fahrleistungen glänzte und nun kommt etwas, was ich nicht erwartet hätte: Selbst beim Verbrauch konnte er überzeugen. NEFZ sagt 8,2 Liter auf 100 km.

Den Wert kann man ohne Probleme unterbieten, nämlich dann, wenn man es auf der Autobahn etwas ruhiger angehen lässt. Lässt man die Kuh aber fliegen, ja dann ist man bestimmt froh, dass die Technik das Fahrzeug so gut im Griff hat. Greifen die Sicherheitssysteme ein, dann hat man als Fahrer in der Regel übertrieben, denn eine Spaßbremse ist hier definitiv nicht installiert. Bei mir standen nach knapp 400 km ein Durchschnittsverbrauch von 10,4 Liter im Bord-Computer, damit ist der Porsche Cayman S sparsamer als mein eigener (20 Jahre alter) GTI!

Warum Mittel-Motor-Antrieb?

Weil es fahrdynamisch einfach besser ist. Ein großer Teil des Gewichts liegt nahe der Fahrzeugmitte. Dazu liegt der Schwerpunkt tief und wir haben eine gleichmäßige Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Das verbessert das Fahrverhalten, die Beweglichkeit und macht den Porsche zu einem besonders agilen Kurvenräuber.

Ganz nebenbei gewinnt der Porsche Cayman S dadurch auch noch an Stauraum, denn viel Laderaum bietet so ein Sportwagen ja in der Regel nicht.porsche-cayman-s-drive-blog-jens-stratmann-3

Der Fahrer sitzt auf bequemen, sportlich kontierten, Sitzen. Das Zündschloss liegt – wie man es in einem Porsche erwartet – links. Die Hände umfassen ein griffiges Sportlenkrad im 3-Speichen-Design. Dahinter liegen die 3 zentralen Rundinstrumente.

So muss ein Sportwagen aussehen, so muss er sich anfühlen, man fühlt sich verbunden. Allerdings darf ich gestehen, dass man ggf. nicht zu korpulent sein darf, aber das ist ja keiner von uns.

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Das Audiosystem CDR mit 7-Zoll-Farbbildschirm (Touchscreen) habe ich wahrgenommen, das Navigationssystem hat mich zunächst verunsichert, aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hat es dann doch geklappt. Man kann sich die Navi-Anzeige auch in das rechte Rundinstrument holen, dann sieht man allerdings nicht mehr die Tankanzeige.

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Den Kontakt zur Fahrbahn hält das adaptive Sportfahrwerk, der Cayman S verfügt über das Fahrstabilisierungssystem PSM (PSM bedeutet Porsche Stability Management) mit ABS, ASR, ABD und MSR, sowie einer Vorbefüllung der Bremsanlage.

Optional gibt es auch noch das Porsche Torque Vectoring System (PTV) inkl. einer mechanischen Hinterachs-Quersperre. Für diejenigen, die noch mehr wollen.

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Die Kraft vom 3,4 Liter Boxer-Motor geht über das 7-Gang Porsche Doppelkupplungsgetriebe (übrigens mit manueller Wahlmöglichkeit am Lenkrad und Wählhebel) auf die Hinterachse und dann dürfen sich die 19 Zöller darum kümmern, dass die Kraft auch auf die Straße kommt und sich der Vortrieb in Fahrspaß umwandelt.

Wer schnell unterwegs ist, muss auch schnell verzögern können. Hierfür ist die 4-Kolben-Aluminium-Monobloc-Festsattelbremse vorne und hinten dienlich.

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Die 330er Bremsscheiben vorne und die 299er Bremsscheiben hinten sind innenbelüftet und gelocht. Die Bremsanlage lässt sich fein dosieren und erscheint standhaft, für den Rennsporteinsatz lohnt sich sicherlich die Carbon-Keramik-Bremsanlage oder gleich der Cayman GT4!

Nur für diejenigen, die es interessiert: Der 2015 Porsche Cayman S (Typ 981c) ist 4,38 m lang, 1,30 m hoch und 1,80 m breit! Der Radstand beträgt 2,48 Meter und der Wendekreis liegt bei 11,0 Metern!

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Die maximale Zuladung fasst 325 kg, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 1.695 kg. In die Kofferräume vom Porsche Cayman S passen insgesamt 425 Liter , maximal zugeladen werden dürfen 325 kg.

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Porsche gibt den kombinierten NEFZ-Verbrauch mit 8,2 Liter auf 100 km an. Dank dem 64 Liter großen Tank sind rein rechnerisch Reichweiten von 780 Kilometer möglich. Der Basispreis vom 2015 Porsche Cayman S mit PDK liegt bei 66.944,25 Euro.

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Damit dürfte Porsche auch einer der wenigen Hersteller sein, die es schaffen, auf der Basis eines Roadsters (Boxster) ein Coupé zu entwickeln, welches später dann noch teurer in den Handel geht. Klar, der Cayman S hat ein paar Pferdestärken mehr, damit kann man es dann argumentieren.

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Mein Fazit: Hätte, hätte, hätte… Hätte ich das Kleingeld und hätte ich noch Platz in der Garage, dann hätte ich einen Cayman S. Mehr Sportwagen braucht man nicht.

Obwohl? Im Januar fahre ich den neuen Porsche 911 Turbo, aber bis dahin bleibt der Cayman S mein „bezahlbarer“ Sportwagen-Traum!

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