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Neuwagen der Woche: 2015 VW Passat Alltrack Fahrbericht / Test inkl. Video

Neuwagen / 08. September 2015

Puh, das ist er also, der neue VW Passat Alltrack. Dass der VW Passat zweifelsfrei ein sehr gutes Fahrzeug ist, konnte ich schon selbst beurteilen. Aber was ist der Alltrack und für wen soll er sein?

Fragt man das den Hersteller, dann antwortet dieser, dass der VW Passat Alltrack für diejenigen entwickelt wurde, die privat oder aber auch geschäftlich viel fahren und dabei hin und wieder auch die asphaltierten Pfade verlassen.

Er soll sich auch ideal als Zugmaschine präsentieren, so z.B. vor Boots- oder Pferdetrailer. Ein Fahrzeug für lange Strecken, technisch auf dem aktuellsten Stand und vom Design her eine Mischung aus den derzeitig beliebtesten Formaten in Deutschland. Eine Melange aus SUV und Kombi. Der muss doch eigentlich gut ankommen, oder?

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Hier gibt es übrigens den R+V24 Drive Check zum neuen VW Passat Alltrack zu sehen:

Unter die Haube kommen die bekannten Motoren, allerdings nur die „großen“: Der Turbobenziner (TSI) und die drei Turbodiesel (TDI) verfügen über eine Range zwischen 150 und 240 PS.

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Der 240-PS-Motor ist der drehmomentstärkste Antrieb, der jemals in einem Passat angeboten wurde, hier liegen bis zu 500 Nm an der Kurbelwelle an. Den kleinsten TDI mit 150 PS bietet der Hersteller mit manueller 6-Gang-Schaltung an, bei allen anderen Motorisierungen wird ab Werk das Doppelkupplungsgetriebe angeflanscht. Je nach Leistung verfügt dieses dann über 6 oder 7 Gänge.

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Mein Testwagen hatte den 2.0 TDI mit 140 kW sprich 190 PS unter der Haube. Hier kommt das 6-Gang DSG zum Einsatz und das macht einen richtig guten Job. Innerhalb von 8 Sekunden beschleunigt der Alltrack, wenn man das denn möchte, auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei Tempo 220 km/h. Ausreichend, mehr als ausreichend.

Gefahren bin ich auch den 150 PS starken Diesel, das ist der einzige den es mit 6-Gang Handschaltung gibt. Meine Empfehlung fällt auf den 190 PS Diesel, der hat mich auf Anhieb überzeugt.

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Der NEFZ-Verbrauch wird mit 5,2 Liter auf 100 km angegeben. Unter uns? Kann man sicherlich schaffen, irgendwie, unter Laborbedingungen, mit Sparsocken oder Berg ab rollend. Aber in der harten Realität, wo man sich gegebenenfalls erst noch durch die Stadt trauen muss, um aufs Land zu kommen, da wird man 1-2 Liter mehr verbrauchen. Wie immer und vor allem wie bei jedem anderen Fahrzeug auch.

Der Tank fasst 66 Liter – ich muss sowieso eher mal eine Pause machen, als der VW Passat Alltrack zur Zapfsäule will, von daher alles gut.

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Der VW Passat Alltrack ist 4,77 m lang, 2,08 m breit mit Aussenspiegeln und 1,50 m hoch. Der Radstand beträgt satte 2,79 m und der kommt definitiv den Passagieren zu Gute. Viel Platz vorne, gefühlt noch mehr Platz hinten und von der Verarbeitungsqualität ist im VW Passat Alltrack wirklich alles tadelos, da gibt es nichts zu meckern.

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Er ist höher als der normale VW Passat, bietet somit auch mehr Bodenfreiheit. Die Radläufe zeigen sich verkleidet und auch an der Front, sowie am Heck sieht man optische Veränderungen. Er wirkt etwas robuster, obwohl wir vermutlich alle wissen, dass der VW Passat Alltrack hier eher den Geländegänger spielt. Die Bodenfreiheit beträgt 17,5 cm. Da bietet der Volvo V60 Cross Country noch ein paar Zentimeter mehr.

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Aber machen wir uns nichts vor, in das Gelände in dem man heutzutage mit einem SUV fährt, kann man auch mit dem Alltrack gehen bzw. fahren und dank dem intelligenten Allrad-System verliert man hier auch nicht die Traktion. Bei der 4MOTION wird in der Regel nur die Vorderachse angetrieben.

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Warum macht man das?

Ganz klar, man möchte bzw. muss Kraftstoff sparen. Im Bedarfsfall wird die Kraft auf die Hinterachse geleitet und elektronisch kann jedes einzelne Rad auch noch mal stabilisiert werden.

Der Passat Alltrack verfügt bereits ab Werk über eine Fahrprofilauswahl. Neben den bekannten Fahrmodi gibt es nun noch den Offroad-Fahrmodus. Damit werden alle elektronischen Stellschrauben auf den Geländeeinsatz getrimmt.

Der Alltrack präsentiert sich als Zugmaschine: bis zu 2.200 kg Anhängelast darf er gebremst ziehen und um das Rangieren mit dem Anhänger zu erleichtern, gibt es sowohl im normalen VW Passat, aber auch natürlich im Alltrack den Trailer Assist: Beim Rückwärtsfahren lenkt der Wagen dabei automatisch und hilft somit, das Gespann einzuparken bzw. rückwärts zu fahren.

Der VW Passat Alltrack zeigt sich nicht nur leicht geländegängig, sondern auch gut vernetzt. Konnektivität und Infotainment wird hier groß geschrieben, so gibt es Android Auto, MirrorLink und Apple Car Play für die Unterhaltung und für die Sicherheit ein Head-up Display.

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Das möchte ich übrigens kritisieren, denn während zahlreiche Hersteller es schaffen, die Angaben in die Scheibe zu spiegeln, bekommt man im Alltrack eine zusätzliche Kunststoffblende vor die Nase. Nicht so schön, für mich das Haar in der Suppe, aber wenn man sonst nichts zu kritisieren hat, dann lässt man die 560 Euro teure Optionalität einfach weg und ist glücklich, mein Testwagen hatte das Head-up Display nicht.

Serienmäßig ist ebenfalls das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist inklusive City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung verbaut.

Beeindruckend ist und bleibt das Kofferraumvolumen: Klappt man hinten alles um, dann stehen bis zu 1.769 Liter Stauvolumen zur Verfügung. Das sollte ausreichen für Kind, Kegel bzw. für die Funsport-Ausrüstung. Lässt man die 5 Sitze so wie sie sind, bleibt immer noch ein Kofferraumvolumen von 639 Liter und zwischen die beiden Radkästen passen Gepäckstücke, die maximal ein Meter breit sein dürfen.

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Die maximale Ladelänge beträgt 2,02 Meter bis zu den Rückenlehnen der Vordersitzen, hier könnte man also durchaus auch mal eine Nacht in der Vorstadt-Wildnis verbringen.

Doch wie unterscheidet sich der Alltrack nun, neben den Äusserlichkeiten, vom zivileren Passat Bruder?

Fragt man den sogenannten Popo-Meter, dann fährt er sich nicht anders. Das Fahrwerk ist im Normalmodus komfortabel abgestimmt, die Lenkung ist leichtgängig, die ausreichend dimemsionierte Bremsanlage lässt sich fein dosieren und wären im Innenraum nicht ein paar Alltrack Hinweise, könnte denken, dass man in einem ganz normalen Kombi sitzt. Kein Wunder, ist er ja auch nur knapp 2 cm höher als der normale Passat.

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Dennoch, er ist anders und manchmal reicht ja auch schon die Vorstellung, dass man könnte, wenn man den wollte, um so ein Fahrzeug zu rechtfertigen. Über Sinn oder Unsinn möchte ich gar nicht streiten, das ist immer Geschmacksache.

VW geht davon aus, dass jeder 10. verkaufte Passat ein Alltrack sein könnte – wenn die Rechnung aufgeht, dann hat sich die Entwicklung für Volkswagen ja mehr als nur gelohnt.

Achja, eine Angabe bin ich noch schuldig: Ab 38.550 Euro geht es los, wer mehr haben möchte, darf auch gerne mehr bezahlen. Preise um die 50.000 Euro könnten dann allerdings auch auf der Rechnung stehen.

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Mein Fa(hr)zit?

Ich bin nicht die Zielgruppe, dafür aber verdammt positiv überrascht. Ich hätte jetzt ein Fahrzeug erwartet, welches auf Grund des höheren Schwerpunktes gegebenenfalls sogar etwas schwammig reagiert. Aber davon gibt es keine Spur, der VW Passat Alltrack liegt gut auf der Straße, fährt ordentlich durch das leichte Gelände und kann sich sicherlich auch in der Stadt, vorm Kindergarten oder vor der Schule blicken lassen.

Ihr mögt Fahrzeuge, die einen leichten Off-Road Charakter haben, aber keinen SUV? Dann solltet ihr euch den VW Passat Alltrack unbedingt mal ansehen – allerdings spielt er nicht nur bei der Verarbeitung in der Premium-Liga, sondern auch was die Preise betrifft.