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Linksverkehr: Die Tücken des Fahrens in England

News / 30. Juni 2015
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Während meines Studiums habe ich ein Jahr in England gelebt. Zeit genug, um die Gepflogenheiten des Landes kennen- und zum Teil auch lieben zu lernen: Ich mag die gemütliche Pub-Kultur, die Gitarrenmusik, die Offenheit der Engländer und auch das englische Essen (vor allem die Desserts sind unterschätzt!). Womit ich mich nie anfreunden konnte, ist der Linksverkehr…

Mit dem deutschen Auto im Linksverkehr

Während des Studiums war ich mit meinem Auto auf der Insel. Direkt von der Fähre kommend, habe ich mich in die Kolonne von LKWs und Autos eingereiht, da konnte gar nicht viel schief gehen. Ich war überrascht, wie schnell ich mich an den Linksverkehr gewöhnt habe.

Wirklich Schwierigkeiten machten mir nur die Kreisel. Da saß ich in meinem „deutschen“ Auto tatsächlich auf der falschen Seite: Die A-Säule war mir im Weg und ich konnte den Kreisverkehr nicht richtig einsehen. Erschwert wurde mein Problem noch durch die Tatsache, dass englische Kreisel meistens zweispurig sind. Will man die erste Ausfahrt schon wieder raus, sortiert man sich auf der äußeren Spur ein, kreiselt man länger, wählt man die innere Spur. Und da heißt es dann auch unbeschadet wieder rauszukommen…

Etwas umständlich und für die Zuschauer sicherlich lustig war auch jedes Mal der Besuch von Tankstelle und Parkhäusern – man sitzt einfach falsch und muss jedes Mal aussteigen, um das Auto rumlaufen um beispielsweise auf das Knöpfchen zum Öffnen der Schranke zu drücken.

Prinzipiell habe ich mich aber ziemlich schnell gut zurecht gefunden und das Jahr drüben unfall- und kratzerfrei überstanden.

Und wie fährt sich ein englisches Auto?

Nun war ich in Schottland und habe den nördlichen Teil des britischen Königreiches mit dem Mietwagen erkundet und da war das Lenkrad natürlich auf der rechten Seite. Nun hieß es also erstmalig Linksverkehr mit Rechtslenker – ob das gut gehen würde?

Linksverkehr: Rechtslenker

Am ersten Tag habe ich unzählige Male mit der rechten Hand in der Fahrertür nach dem Schaltknüppel gesucht… der Mensch ein Gewohnheitstier. Am Ende des Tages hatte ich es dann verstanden; auch beim hektischen Runterschalten o.ä. griff ich recht zielsicher mit der linken Hand zu.

Allerdings ist mir dabei aufgefallen, dass man (oder vielleicht auch nur ich) wesentlich grobmotorischer mit links als mit rechts vorgeht. Das Schalten, was normalerweise flüssig und ohne Stocken zwischen den verschiedenen Gängen möglich ist, war da anfangs eher ein ruppiges Gestocher. Das arme Auto!

Da es als Mietwagen überwiegend von Touristen gefahren wird, will ich gar nicht wissen, in welchem Zustand das Getriebe nach kurzer Zeit ist…

Fährt man sein eigenes Auto, kennt man die Abmessungen und weiß in der Regel bei jeder Lücke, ob man durchpasst oder nicht. Wenn man viel fährt, eignet man sich solch ein Gespür für das Fahrzeug meiner Erfahrung nach schnell an.

Anders schaute das bei mir und den Rechtslenkern aus. Auf der rechten Seite sitzend, habe ich niemals ein Gefühl für den Mietwagen bekommen. Ich fuhr stets etwas zu weit links, was meinen Mitfahrern bei engen Straßen, gerne auch von Steinmauern begrenzt, oft den Atem stocken ließ. Irgendwie konnte ich das nicht richtig einschätzen.

Und in Inverness kam es dann, wie es kommen musste: In einer kleinen Seitenstraße – nur noch 100 Meter vom Bed and Breakfast entfernt – verengte eine Baustelle die Straße und ich habe mich wohl zu sehr an der Baustelle als an den links parkenden Autos orientiert… Ergebnis: Seitenspiegel abgefahren :(

Linksverkehr: Unfall mit abgefahrenem Spiegel

Doch das ist ein weiterer Artikel zum Thema „Unfall im Ausland“…

Aber vorher berichtet mir doch von euren Erfahrungen im Linksverkehr! Ging es euch ähnlich wie mir oder habt ihr völlig andere Erlebnisse?