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NYIAS 2015: Mercedes-Benz GLE und Mercedes-AMG GLE 63S

Neuwagen / 27. März 2015

Hach, was war das früher alles einfach. Ein 190er war ein 190er. Später wurde er zur C-Klasse. Die heißt auch heute noch so. Die M-Klasse bekommt nun aber einen neuen Namen, der Mercedes-Benz ML heißt nun GLE! Mercedes-Benz GLE!

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Sehen wir hier also das Facelift, welches zum neuen Gesicht auch eine Namensänderung bekommen hat? Ja! Wir sehen aber auch viel neue Technik!

Ganz kurz zur Geschichte

Die M-Klasse wurde 1997 vorgestellt. Es war damals der erste SUV von Mercedes-Benz und auch das erste Mercedes-Fahrzeug, welches in Vance (Tuscaloosa, Alabama, USA) produziert wurde.

Nun gab es aber ein Problem: Das „M“ hatte sich BMW bereits schützen lassen und so „einigte“ man sich mit dem Hersteller aus München darauf, dass die M-Klasse unter dem Kürzel ML verkauft wurde. Soweit klar? Nun wird es spannend, denn nun kommt die neue Nomenklatur.

Doch bevor wir auf die zu sprechen kommen noch ein paar Worte zur zweiten Generation, denn die folgte im Jahr 2005 und bekam im Jahr 2009 ein Facelift. Die aktuelle Generation startete im Jahr 2011. Mitbewerber? BMW X5 (beim GLE Coupé wäre es der BMX X6), VW Touareg, Volvo XC90, Audi Q5…

Die M-Klasse wurde gerne als Zugfahrzeug eingesetzt – wer sich nun also für eine gebrauchte M-Klasse interessiert, weil die Preise sinken dürften, der sollte sich unbedingt die Stoßdämpfer ansehen bzw. die Funktion überprüfen lassen. Und wenn man schon einmal unter dem Fahrzeug ist, sollte man auch den Blick auf den Motor bzw. das Getriebe werfen, denn da gibt es auch schon mal Ölverlust.

War die erste Generation noch eher das Arbeitstier, wurde die M-Klasse mit den Jahren immer attraktiver. Das liegt vermutlich auch daran, dass die SUVs heute eher als Allround-(Luxus)-Limousine angesehen werden und nur noch sehr selten ins Gelände fahren. Doch verlieren wir mal nicht den Faden und gehen zurück zum neuen Modell bzw. starten wir mal mit der Umbenennung.

Die neue Mercedes-Nomenklatur

Angefangen hat diese mit dem Mercedes-Benz GLA und nun wird aus der M-Klasse, bzw. aus den ML-Modellen der GLE. Der Grund? Das SUV gehört zur Familie der E-Klasse.

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Immerhin ist man bei Mercedes-Benz nun konsequent, denn aus der Mercedes-Benz GL-Klasse wird der Mercedes-Benz GLS, der gehört zur S-Klasse Familie. Das Klasse fällt übrigens auch weg. Es gibt also keine GLE-Klasse, keine GLS-Klasse, keine GLA-Klasse.

Kurz: Alle Baureihen, mit mehr als einem Buchstaben, werden nicht mehr als Klasse bezeichnet, es bleibt also die A-Klasse, aber es heißt dann nur noch der GLA und nicht mehr die GLA-Klasse bzw. in dem Fall hier der GLE und nicht die GLE-Klasse. Klingt alles etwas komisch, ist aber so und wird sicherlich Sinn machen.

Auf der NYIAS, also der New York International Auto Show 2015, wird das neue Fahrzeug präsentiert. Streng genommen ist es ein Facelift, aber ein so umfassendes, dass wir hier durchaus vom neuen Mercedes-Benz GLE bzw. vom neuen Mercedes-AMG GLE sprechen können. Denn auch diese Unterscheidungen werden nun bezüglich der Namensgebung gemacht.

Was gibt es nun, was es beim ML nicht gab?

Tja, da wäre zum Beispiel der Plug-In Hybrid Antrieb. Der Mercedes-Benz GLE 500 e verfügt über eine Systemleistung von 442 PS und nach NEFZ verbraucht er nur 3,3 Liter auf 100 km. Die rein elektrische Reichweite beträgt 30 km. Ob der Wert auch in der Realität erreicht werden kann? Warum eigentlich genau 30 km? Das ist schnell erklärt: Wenn man 30 km rein elektrisch fahren kann / könnte, so kann man den NEFZ-Wert dank der ECE Norm 101 schön rechnen. Ab dem Jahr 2018 muss man dann wohl 40 km weit kommen, aber bis dahin steht ja auch schon das Facelift im Autohaus. Schafft der GLE 500 e wirklich, also in der Realität, auch die 30 km?

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Das steht derzeitig noch in den Sternen. Schon bekannt ist, dass in ca. 2 Stunden die Batterie an einer Ladestation wieder aufgeladen sein soll. Länger dauert es (eine Zeit wurde noch nicht angegeben) am herkömmlichen 220V Stromanschluss. Bis zu 130 km/h schnell kann man rein elektrisch fahren, das Systemdrehmoment liegt bei 650 Nm. Das Hybridmodul ist komplett in die 7G-TRONIC PLUS integriert.

Für Technerds: Die Lithium-Ionen-Batterie hat einen Energiegehalt von 8,8 kWh und wie inzwischen üblich, gibt es auch verschiedene Fahrmodi. So kann der Mercedes-Benz GLE 500 e entweder hybridisch, rein elektrisch oder fossil betrieben werden.

In dem letzten Fall wird der Ladezustand beibehalten. Auf Wunsch kann man den Akku auch während der Fahrt laden, was aber einen höheren Kraftstoff-Verbrauch zur Folge haben dürfte.

Schauen wir mal in das Regal nach ganz rechts

Da finden wir den Mercedes-AMG GLE 63 S. Das wäre das Top-Modell der Baureihe und der kommt mit einem 5,5 Liter V8 Biturbo-Benziner. In der S-Version leistet das Aggregat 585 PS und in der Mercedes-AMG GLE 63 „Basisversion“ muss man mit 557 Pferdestärken auskommen. Ich wüsste gar nicht, wie ich das überleben würde, mit so wenig Leistung.

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Bonus: Beim GLE 63 und beim GLE 63 S gibt es ein eigenständiges Verteilergetriebe. Wird beim GLE das Motormoment im Verhältnis 50:50 (Vorder-Hinterachse) verteilt, wird beim AMG GLE mehr Kraft auf die Hinterachse geschoben. Hier liegt das Verhältnis bei 40:60 und das verspricht mehr Kurvendynamik.

Natürlich gibt es nicht nur Plug-In oder Volldampf, sondern auch noch zwei weitere Benziner mit einer Leistung von 333 PS (3,0 Liter V6 Biturbo) und 435 PS (4,7 Liter V8 Biturbo), darüber hinaus noch einen 3,0 Liter V6-Diesel mit 258 Pferdestärken, aber nun wird es erneut interessant:

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Neben dem V6-Diesel kommt auch ein 2,1 Liter 4-Zylinder Diesel unter die Motorhaube vom Mercedes-Benz GLE 250 d. Der Spar-Diesel soll 204 PS leisten und mit einem Verbrauch von 5,4 Liter glänzen. Die Version mit 4MATIC, sprich mit Allradantrieb, genehmigt sich 5,7 Liter auf 100 km. Der GLE 250d ist die einzige Version, die man auch mit einem Heckantrieb bekommen kann, alle anderen Modelle verfügen über die 4MATIC.

Geschaltet wird bei den Diesel-Modellen übrigens über das neunstufige Automatikgetriebe, sprich über die 9G-Tronic, die Benziner und das Hybrid-Modell bekommen die 7G-Tronic. Für die Felgenliebhaber: Bis zu 21″ große Felgen passen in die Radkästen, die kleinste Basis-Bereifung liegt bei 17″, während das AMG Modell bereits auf 20″ das Haus verlässt.

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Überarbeitet wurde das Exterior, so gibt es neue Schürzen und Leuchten, das Interior wurde ebenfalls überarbeitet und bekommt nun auch das freistehende Display und auch das Fahrwerk soll komplett neu entwickelt worden sein. Man darf also durchaus gespannt sein auf die ersten Probefahrten mit dem Mercedes-Benz GLE. Das dieser SUV an den Erfolg anknüpfen wird, steht für mich ausser Frage.

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Eine Frage hätte ich da aber noch

Kommen wir zur Preisfrage und damit auch zu dem Blick in die Glaskugel, denn der Preis wurde noch nicht kommuniziert. Ich schätze, dass der günstigste Mercedes-Benz GLE bei ca. 58.500 Euro liegen wird, mit etwas Ausstattung wird man locker über 60.000 Euro liegen.

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Für das AMG Modell, wird man die 100.000er Marke überspringen. Los geht es im Spätsommer, bis dahin dürften auch die Preise bekannt sein.

Was schreiben die anderen Blogger?

Moritz Nolte denkt sich sein Teil zum Kraftstoffverbrauch vom GLE 63 / GLE 63 S, der ja bei 11,8 Liter auf 100 km liegen soll: „Zumal sich der Verbrauch in der Praxis vermutlich bei nicht unter 15 Litern einpendeln wird. Und welcher Fahrer wird versuchen, Spritsparrekorde aufzustellen, wenn er knapp 600 Pferde unter der Haube weiß?“

Markus Jordan vom MB Passion Blog verzichtet auf eine eigene Meinung, gibt aber weitere Schätzungen ab: „Die Verkaufsfreigabe erwarten wir am 7. April 2015, das Modell feiert im September die Verkaufsraumpremiere beim Händler – über Preise macht man in Stuttgart aktuell noch keine Angaben.“

Fotos: © Mercedes-Benz 2015