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Vorschusslorbeeren: Audi, Mercedes, McLaren und Bugatti – meine Top 5 Genf 2015?

Neuwagen / 27. Februar 2015

Nächste Woche startet der 85. Genfer Automobil-Salon und ich kann es kaum erwarten. Dieses Jahr wird nicht nur sportlich, nein in diesem Jahr gibt es so viel zu sehen, dass ich mir extra zwei Tage Zeit nehme, um alles zu erkunden.

Die nächsten Wochen dreht sich hier im Drive-Blog also auch alles um die News vom Genfer Auto-Salon und heute gibt es einen weiteren Ausblick, besser gesagt eine Top 5 Genf 2015, denn die nachfolgenden fünf Fahrzeuge muss ich mir unbedingt ansehen:

Platz 5

Im neuen Mercedes-AMG GT3 Rennwagen werden wir einen guten, alten Bekannten wiedersehen. Für den Vortrieb sorgt der aus dem Mercedes-Benz SLS AMG GT3 bewährte und zusätzlich optimierte AMG 6,3-Liter-V8-Motor. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sequenzielles Sechsgang-Renngetriebe, welches wie beim AMG-GT nach dem Transaxle-Prinzip an der Hinterachse montiert ist und damit eine optimale Gewichtsverteilung ermöglicht.

Rennwagen Mercedes-AMG GT3 Genf 2015; Racecar Mercedes-AMG GT3 Geneva 2015

Während der AMG-GT3 nun also den „alten Motor bekommt“, bekommt ein „altes Fahrzeug“ den neuen. Mit dem Mercedes-Benz G500 4×4² bringt Mercedes-Benz eine besondere G-Klasse Studie mit nach Genf.

Unter der Haube? Der 4.0 Liter V8 BiTurbo. Ansonsten verfügt das Fahrzeug über einen permanenten Allradantrieb, eine Geländereduktion im Verteilergetriebe, Portalachsen und drei während der Fahrt sperrbare Differentiale. Bei den Portalachsen befinden sich im Unterschied zu herkömmlichen Starrachsen die Räder nicht auf Höhe der Achsmitte, sondern liegen durch die Portalgetriebe weiter unten. Damit erhöht sich beim G 500 4×4² die Bodenfreiheit auf 450 Millimeter und die Wattiefe auf 1.000 Millimeter und damit kann man auch mal den ein oder anderen Sprung wagen.

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Fotos: © Mercedes-Benz / Mercedes-AMG 2015

Platz 4

Der Audi-Stand wird ebenfalls sportlich, denn dort steht der neue Audi R8!  Der Vortrieb wird durch einen  V10‑Mittelmotor  realisiert, gekoppelt an die Siebengang S tronic geht die Kraft über einen neuen quattro-Antrieb auf die Straße. Die Topversion bringt es auf 610 PS und innerhalb von 3,2 Sekunden beschleunigt der Audi R8 V10 plus von 0 auf 100 km/h.

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Fotos: © Audi 2015

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 330 km/h. Den freisaugenden 5.2 FSI gibt es entweder mit 397 kW (540 PS) oder mit 449 kW (610 PS). Weitere Infos sind auch schon durchgesickert: Der Verkauf startet im Sommer 2015. Die Preise betragen 165.000 Euro für den R8 V10 und 187.400 Euro für die Top‑Version R8 V10 plus.

Platz 3

Am Stand von Audi sehen wir neben neuen Modellen unter anderem auch eine Studie. Noch eine Studie von Audi? Jaja, ich weiß, die übertreiben es derzeitig etwas, aber Marc Lichte muss ja schließlich zeigen, was er gelernt hat.

Der Chef-Designer von Audi möchte der Marke sicherlich gerne seinen Stempel aufdrücken ohne aber die DNA zu verfälschen. Was muss ein Audi derzeitig haben? Einen großen Kühlergrill und schmale Scheinwerfer. Was muss jede Studie haben? Große Räder! Das ändert sich auch nicht bei der neusten Studie von Audi, dem Audi prologue Avant:

Das Showcar Audi prologue Avant nutzt den Plug-in-Hybridantrieb des Audi Q7 e-tron quattro nur in einer höheren Ausbaustufe. Der 3.0 TDI-Motor und die E-Maschine haben zusammen 335 kW (455 PS) Systemleistung und 750 Nm Systemdrehmoment. 5,1 Sekunden braucht der Audi prologue Avant für den Standardspurt von 0 auf 100 km/h, bei 250 km/h ist er elektronisch abgeregelt. Die Kraftübertragung erfolgt über die Achtstufen-tiptronic, diese leitet die Kräfte des Motors auf den permanenten Allradantrieb quattro.

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Nach der NEFZ-Norm für Plug-in-Hybridfahrzeuge verbraucht der Audi prologue Avant durchschnittlich 1,6-Liter Diesel auf 100 km und der CO2-Ausstoß beträgt 43 g/km. Mit der im Heck verbauten Lithium-Ionen-Batterie, die 14,1 kWh Energie speichert, soll man im rein elektrischen Betrieb 54 Kilometer fahren können.

Das Showcar ist mit der Luftfederung „adaptive air suspension sport“ und Dynamik-Allradlenkung ausgestattet. Die kombiniert eine variabel übersetzte Dynamiklenkung an der Vorderachse mit einer zusätzlichen Lenkung für die Hinterräder. Das soll die Agilität des Autos nochmals deutlich erhöhen und den Wendekreis verkleinern.

Der Avant rollt auf 22 Zoll großen Rädern, die sich in den weit herausgezogenen Radhäusern drehen. Er hat eine lang gezogene Sihouette, die vordere Schulter führt die Kante der Motorhaube fort und lässt diese dadurch noch länger wirken.

Die grifflosen Türen lassen sich über Sensorflächen in den Fensterschachtleisten öffnen. Eine Frage die hier gestattet sein darf: Was passiert bei einem Stromausfall, was passiert bei einem Unfall? Darf die Feuerwehr direkt mit der Schere das Dach abtrennen?

Die flachen D-Säulen laufen in die hintere Schulter, die als Kante des großen Kofferraumdeckels um das ganze Heck läuft. Hier befinden sich die LED-Heckleuchten in 3D-Glas, die sich über die gesamte Breite des Autos erstrecken. Vorne leuchten Matrix Laser-Scheiwerfer. Auf beiden Seiten der sportlichen Heckschürze sind flache, horizontal geteilte Öffnungen integriert, bei denen durch die obere Öffnung das Abgas des TDI-Motors austritt.

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Der blaue Fünftürer mit dem langen Dach baut noch etwas größer als das zweitürige Coupé Audi prologue, welches wir ja bereits kennen. Er hat einen Radstand von 3,04 m und ist 5,11 m lang, 1,97 m breit und 1,40 m hoch. Doch weichen wir mal von den Abmessungen ab und werfen noch einen Blick in den Innenraum:

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Die Front der Instrumententafel besteht aus drei Touch-Displays und ist horizontal ausgerichtet, so soll sie die Breite des Innenraums unterstreichen. Ein Display ist links neben dem Lenkrad zur Steuerung der Assistenzsysteme, eins auf der anderen Seite für das Multimedia-Management.

Der Beifahrer kann über ein Widescreen-Display das Infotainment bedienen, indem er per Wischbewegung Medieninhalte auf das rechte Fahrer-Display oder Navigationsziele in das Audi virtual cockpit future hinter dem Lenkrad schiebt. Dieses wird von hochauflösenden Displays und drei Spiegeln generiert, die drei Ebenen erzeugen und so die Informationen besser strukturieren.

Auf der Mittelkonsole befindet sich für den Fahrer ein OLED-Display für beispielsweise Klimatisierung und Infotainment, dass im Ruhezustand flach liegt und sich beim Fahrzeugstart schräg aufrichtet. Zusätzlich befindet sich ein weiteres OLED-Display für die Fondspassagiere in der Mittelkonsole für die Sitzeinstellungen, Klimatisierung, Audio/Video im Fondbereich. Die OLED-Technologie findet sich auch in den beiden abnehmbaren Tablets, die sich an den Lehnen der Vordersitze befinden. Bei aktivierter Audioanlage fährt ein Soundspoiler aus den hinteren Radhausverkleidungen.

Eine Art „elektronischer Butler“ stellt Sitze und Klimaanlage nach den Vorlieben des Fahrers ein, indem er ihn beim Einsteigen anhand seines Smartphones identifiziert. Das Easy Slot System befindet sich verdeckt in der Mittelkonsole und kann Smartphones mechanisch einziehen, sie mit dem Infotainmentsystem vernetzen und gleichzeitig den Akku aufladen.

Schöne neue Welt? Ich weiß nicht, aber in Deutschland wird es immer einen Platz geben für attraktive Kombis und unattraktiv finde ich die Studie nicht.

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Fotos: © Audi 2015

Platz 2

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Der McLaren 675LT wird ebenfalls seine Weltpremiere auf dem 85. Genfer Automobil-Salon feiern. Er soll einen klaren Fokus auf die Leistung, sein geringes Gewicht und das höchste Niveau an Fahrerorientierung legen. Der McLaren 675LT wird nur als Coupé angeboten. Kommen wir zu den Quartett-Daten:

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Der Sprint von 0-100 km/h soll nach nur 2,9 Sekunden erledigt sein, die kontrollierte Drehmomentabgabe soll eine optimale Traktion vom Start an gewährleisten und während manche sportlichen Modelle erst bei Tempo 100 sind, durchbricht der McLaren 675LT bereits nach 7,9 Sekunden die 200 km/h Mauer und die Höchsgeschwindigkeit wird erst bei 330 km/h erreicht. Damit dürfte der McLaren 675LT beim Autoquartett für zahlreiche Trümpfe gut sein.

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Fotos: © McLaren 2015

Platz 1

Bugatti präsentiert den letzten Veyron und damit den leistungsstärksten und schnellsten Serien-Super-Sportwagen der Welt. Der Bugatti Veyron sorgte seit seiner Premiere, die übrigens vor knapp zehn Jahren erfolgte, stets für Furore und dennoch habe ich in freier Wildbahn noch nie ein Fahrzeug gesehen.

Der Veyron eroberte die Fan-Herzen allerdings im Sturm, nun sehen wir den letzten Veyron. Den Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse „La Finale“ und da man sich der Tradition bewusst ist, wird auch der erste Veyron mitgebracht.

1.200 PS und eine Höchstgeschwindigkeit jenseit von 430 km/h. Der Preis? Eigentlich egal, denn die Nummer 450 ist (leider?) auch schon verkauft. Kein Grund traurig zu sein, der Nachfolger steht schon in den Startlöchern und der soll über 1.500 PS verfügen.

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Foto: © Bugatti 2015

Vor zehn Jahren übrigens, da wusste ich noch nicht vor der Messe was dort präsentiert wird, da war der Überraschungs-Effekt noch etwas größer, dennoch gehe ich auch dieses Jahr mit offenen Augen über die Messe und bin gespannt, ob ich doch noch die ein oder andere Überraschung entdecke.

Nächsten Mittwoch gibt es hier die Neuigkeiten der Automobil-Hersteller aus Deutschland, am Freitag gibt es die News der Importeure, darauf die Woche Mittwoch die Concept-Studien und dann folgen die Kuriositäten. In Genf wird 2015 Automobilgeschichte geschrieben, da bin ich mir ziemlich sicher.