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Neuwagen der Woche: Mercedes-AMG C 63 / C 63 S – Limousine oder T-Modell?

Neuwagen / 25. Februar 2015

Im wunderschönen Portugal durften wir den neuen Stern von Mercedes-AMG fahren / erfahren und ich kann jetzt schon vorweg nehmen: Der Mercedes-AMG C 63 hat mich beeindruckt. Gefahren bin ich den C 63 und den C 63 S als Limousine sowie als T-Modell.


Der Mercedes-AMG C 63 strahlt seine motortechnische Überlegenheit mit seinem großen AMG Kühlergrill unter der AMG Aluminium-Motorhaube mit Powerdomes aus. Daneben befinden sich die LED High Performance Scheinwerfer. Die Frontschürze hat große Lufteinlässe und einen Frontsplitter.

Serienmäßig rollt er auf 18-Zoll-großen Leichtmetallrädern, der C 63 S bekommt bereits 19 Zöller in die Radkästen. Die Kotflügel wurden dafür extra verbreitert. Die Limousine hat eine Abrisskante am Heckdeckel, das T-Modell einen Dachspoiler. In der AMG Heckschürze sind die verchromten Endrohrblenden der Sportabgasanlage integriert, optional gibt es eine Performance-Abgasanlage mit Klappensteuerung und die sorgt per Knopfdruck für eine Gänsehaut.

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Downsizing! Wo der letzte Mercedes-Benz C 63 AMG noch über 6,2 Liter Hubraum verfügte und der Kraftstoff gesaugt werden durfte, gibt es nun „nur“ noch 4.0 Liter Hubraum und Nachdruck durch zwei Turbolader. Geblieben? Der Klang und halt der V8.

Während andere Hersteller bereits die Zylinder reduzieren bleibt man bei Mercedes-AMG erst einmal dabei und er klingt toll. Er bollert beim Anlassen, er rotzt beim Schaltvorgang – alleine der Klang würde einen Preis verdienen.

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Den zweiten Preis gibt es dann für das Fahrverhalten. Der V8 zeigt sich drehwillig und solange die Reifen nicht an Haftung verlieren, geht es nach vorne. Die Beschleunigung kann schon für Glücksgefühle in der Magengegend sorgen.

Die Höchstgeschwindigkeit ist solange auf 250 km/h begrenzt, bis man bei der Bestellung das Drivers Performance Paket inkl. Fahrsicherheitstraining ordert. Dann fährt der neue Mercedes-AMG C 63 Tempo 290 und macht damit manchem Sportwagen Konkurrenz.

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Das Rezept für einen guten Sportwagen? Motor vorne – Antrieb hinten.

Der C 63 kommt ohne Allrad aus und wenn man will, dann kann man ihn auch mal über die Stränge schlagen lassen, mit dem Heck wedeln, das Heck kontrolliert ausbrechen lassen und das ein oder andere Tänzchen üben. Natürlich nicht auf der Straße, sondern nur auf der Rennstrecke.

Das ESP lässt sich in drei verschiedenen Kennlinien einstellen: Scharf, Sportlich, Aus! Bei der sportlichen Abstimmung erlaubt es schon eine äusserst dynamische Fahrweise ohne als Spaßbremse zu wirken.

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Das Cockpit ist ganz AMG-typisch gestaltet und wirkt extrem sportlich und exklusiv mit beispielsweise den serienmäßigen AMG-Sportsitzen, dem AMG Performance Lenkrad, den AMG Aluminium-Sportpedalen und den diversen Zierelementen in Aluminium und Carbon.

Neben dem Touchpad findet man auch den AMG DYNAMIC SELECT Controller für die Wahl der Fahrprogramme, außerdem kann man die Einstellung der Dämpfer des AMG RIDE CONTROL Sportfahrwerks in drei Stufen einstellen.

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Kommen wir noch einmal zum Herzstück: Unter der Haube des Mercedes-AMG C 63 steckt ein 4,0-Liter-V8-Biturbo-Aggregat, welches allerdings über eine herkömmliche Ölkühlung verfügt und nicht über die im Mercedes-AMG GT verwendete Trockensumpfschmierung.

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Um den Motor in der C-Klasse unterzubekommen, musste die Frontpartie um ca. 5 cm verlängert werden, denn schließlich musste nicht nur das Herz eingepflanzt werden, sondern auch die dazugehörigen Kühler.

Pumpt das Herz, dann liefert es im C 63 bis zu 350 kW und im C 63 S sind es gar 375 kW. 510 Pferdestärken! Von 0 auf 100 km/h geht es im S-Modell in knapp 4,0 Sekunden, dabei entwickelt er ein maximales Drehmoment von 700 Nm bei einer Drehzahl von 1.750-4.500 Umdrehungen pro Minute.

Der C 63 ist mit seinen 650 Nm nach 4,1 Sekunden bei 100 km/h und das jeweilige T-Modell, sprich der Kombi, benötigt einen Wimpernschlag länger. Ja, das sind Sportwagenwerte in einer durchaus alltagstauglichen Limousine bzw. einem Kombi.

Das AMG SPEEDSHIFT MCT 7-Gang Sportgetriebe und ein elektronisches Hinterachs-Sperrdifferenzial übersetzen die Kraft beim heckgetriebenen C 63 S in pure Beschleunigung, beim herkömmlichen C 63 ist eine mechanische Sperre verbaut.

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Das Getriebe mit fünf Fahrprogrammen ermöglicht sowohl komfortables als auch extrem sportliches Fahren, außerdem gibt es eine Race-Start- und Zwischengasfunktion. Die optionale AMG Hochleistungs-Bremsanlage mit gelben Bremssätteln bringt das Fahrzeug schnell zum Stehen, serienmäßig gibt es auch ein dreistufiges ESP sowie diverse Assistenz- und Sicherheitssysteme.

Der Tank des C 63 fasst 66 Liter Superkraftstoff, der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch (NEFZ) liegt je nach Modell zwischen 8,2 und 8,6 Litern auf 100 Kilometern, diesen Wert kann man bei sportlicher Fahrweise locker verdoppeln – aber darum geht es ja gerade, man kann – man muss aber nicht.

Der C 63 lässt dem Fahrer die Wahl, entweder er fährt entspannt und ruhig zur Arbeit oder er lässt (natürlich nur auf der Rennstrecke) die Sau raus. Dann darf er sich allerdings auch nicht über einen erhöhten Verschleiss von Reifen, Bremsen und über einen höheren Durchfluss der Spritmenge wundern.

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Der Mercedes-AMG C 63 ist 1,44 m hoch (T-Modell 1,46 m), mit Außenspiegeln 2,02 m breit und 4,69 m lang (T-Modell 4,70 m) bei einem Radstand von 2,84 m. Sein Wendekreis liegt bei 11,29 Metern. Das Leergewicht des Stuttgarters beträgt als Limousine 1.715 kg und als T-Modell 1.785 kg. Die S-Version wiegt jeweils 15 kg mehr.

Das Kofferraumvolumen der Limousine beträgt 435 Liter, das des T-Modells 490 Liter, welches man durch Umklappen der Rücksitze auf 1.510 Liter erweitern kann. Ausreichend Platz für 4 Personen und etwas Gepäck. In der Klasse gibt es wohl nur einen Mitbewerber: Das wäre der BMW M3 und den gibt es (noch nicht?) als Kombi.

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Fazit

Auch wenn ich normalerweise gerne immer nach ganz rechts ins Regal greife, würde mir vermutlich der normale C 63 ausreichen. Die 34 PS weniger habe ich mit meinem Popometer wahrlich nicht gespürt und so häufig fahre ich auch nicht auf der Rennstrecke, um mich über die dynamischen Motorlager (Steiffigkeit automatisch anpassbar) und die elektronisch geregelte Sperre (anstatt mechanisch) zu freuen.

Die Lenkung arbeitet präzise, die Bremsen lassen sich fein dosieren und packen ordentlich zu, das Fahrwerk lässt sich einstellen und der Fahrbahnbelag in Portugal ist zu kariös um über das Thema Restkomfort zu sprechen.

Leistung? Steht zu jeder Zeit zur Verfügung. Was mich stört? Dass ich hier keinen typischen AMG-Gangwahlhebel auf der Mittelkonsole habe, sondern zu dem Schalthebel hinters Lenkrad greifen muss – irgendwie fühlt sich das nicht richtig an – in einem AMG!

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Must Have: Auspuffanlage mit Klappensteuerung und für mich ist das T-Modell die erste Wahl, gerne auch in dem hier gezeigten Brilliantblau Metallic.

Das Fahrzeug fährt, meiner Meinung nach, derzeitig ohne direkten Mitbewerber durchs Land, sieht dabei fantastisch aus, zeigt sich sportlich agil, hochwertig verarbeitet und vollkommen alltagstauglich. Die Sitze sind sportlich kontiert, bieten einen guten Seitenhalt und ich konnte schnell eine gute Sitzposition finden.

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Mit dem Laderaum beim T-Modell würde ich auch bestens auskommen. Nur wer Anhänger ziehen muss / möchte, der sollte Abstand nehmen, denn eine Anhängerkupplung ist hier nicht vorgesehen.

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Der 2015 Mercedes-AMG C 63 startet bei einem Basispreis von 76.100,50 Euro als Limousine, das T-Modell ist ab 77.766,50 Euro zu haben. Das S-Modell kostet jeweils 8.270,50 Euro mehr und dann kann man sich in den Optionalitäten natürlich auch noch verlieren.

Günstig ist der Fahrspaß sicherlich nicht, aber was kostet die Welt? Mit dem Mercedes-AMG C 63 schließt man sicherlich auch schnell Freundschaften, entweder mit dem örtlichen Tankstellenbetreiber, dem Reifenhändler und / oder mit der Rennleitung.

Hätte ich das nötige Kleingeld in der Portokasse, dann hätte ich so einen C 63 in der Einfahrt stehen.

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