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Schon gefahren: Der neue BMW X6 xDrive50i – 2015

Neuwagen / 24. Oktober 2014

Stolz und Vorurteil: Stolz steht der neue BMW X6 auf seinen 20 Zöllern auf der Straße und widerlegt nach der ersten Probefahrt viele meiner Vorurteile und das liegt nicht nur an der gewaltigen Leistung des 4,4 Liter V8.

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Er entwickelt dabei ein maximales Drehmoment von 650 Nm bei einer Drehzahl von 2.000 – 4.500 Umdrehungen pro Minute. Das 4,4-Liter-Twinpower-Turbo-V8-Aggregat leistet 330 kW (450 PS). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h. Die Kraftübertragung wird der Achtstufen-Tiptronic überlassen, diese bringt die Kraft dann mit dem serienmäßigen Allradantrieb „xDrive“ auf die Straße.

Wir sind den X6 in den USA gefahren, besser gesagt in Spartanburg – South Carolina – also der Geburtsstätte der X-Modelle. Dort macht so ein V8 durchaus „Sinn“, hier in Deutschland würden wir vermutlich eher zum großen Diesel raten. Der hat 3.0 Liter Hubraum, leistet 381 PS und verfügt über ein Drehmoment von 740 Nm. Leistungsschwächere Motoren gibt es natürlich auch im Portfolio, wobei der Antrieb der bärenstarken Optik ja schon gerecht werden sollte, oder?

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Mit dem vom BMW verbauten „Fahrerlebnisschalter“ kann man jederzeit per Knopfdruck in verschiedenen Modi den Fahrzeugcharakter verändern. Während man im Eco-Pro Modus noch Kraftstoff spart und im Comfort-Modus gemütlich cruist, wird aus dem 2,2 Tonnen schweren „SAC“ (Sports Activity Coupé) ein sportliches Geschoss, wenn man auf „Sport“ drückt. Die Stabilitätskontrolle lässt sich im „Sport Plus“ Modus noch weiter einschränken. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt der Top-Motorisierung xDrive50i in nur 4,8 Sekunden.

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Dieser BMW X6 wird mit Super Benzin betankt. 85 Liter passen in den Tank. Der NEFZ-Verbrauch soll bei 9,7 Litern auf 100 km liegen. Durch das serienmäßige Start-Stop-System sollen Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß zusätzlich gesenkt werden, diese Werte liegen dann zwischen 227 und 225 g/km. In der Realität dürften diese Werte anders aussehen, aber das ist ja bekannt.

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Alle Varianten des BMW X6 verfügen serienmäßig über eine umfassende Sicherheitsausstattung, wie zum Beispiel den „Driving Assistant“ mit Spurverlassenswarnung und Auffahrwarnung. Elektrisch verstellbare Sitze, Multifunktions-Lederlenkrad und Klimaautomatik sind nur eine Auswahl dessen, was zur Serienausstattung im Innenraum gehört.

Außen gehts dann weiter mit Xenon-Beleuchtung, 19“ Alufelgen und einer elektrischen Heckklappe. Gegen Aufpreis gibts noch einige weitere Ausstattungsmöglichkeiten wie beispielsweise LED-Scheinwerfer, ein Nachtsichtsystem, einen Parkassistenten oder das M-Sportpaket mit adaptivem Fahrwerk und Sportsitzen.

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Der Wendekreis des neuen SUV-Coupés liegt bei 12,8 Metern und das bei einer Breite von 2,17 m inklusive Außenspiegeln und einer Länge von 4,91 m. Die Höhe liegt bei 1,70 m und der Radstand bei 2,93 m. Der Bayer darf zu seinem Leergewicht von 2.245 kg noch mit 715 kg beladen werden, davon 100 kg aufs Dach. Mit unserem Testfahrzeug darf man gebremst (optional) 3.500 kg ziehen.

Das Kofferraumvolumen beträgt 580 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen sind es 1.525 Liter. Klingt alles super, oder? Die Ladegüter muss man aber zunächst über die 83 cm hohe Ladekante heben.

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Kommen wir, bevor wir gleich andere Blogger zu Wort kommen lassen, zur Preisfrage: Man bekommt den neuen BMW X6 xDrive50i ab 82.500 Euro – unser Testwagenpreis dürfte bei ca. 105-115.000 Euro gelegen haben.

Viel Geld? Ich möchte den BMW X6 mit einem Kunstwerk vergleichen, nicht jeder wird ihn mögen, nicht jeder wird ihn haben wollen, doch diejenigen die sich in den BMW X6 verlieben, die werden den Kaufpreis verschmerzen.

Während sich ein richtiges Kunstwerk vermutlich eher als Geldanlage lohnt, überzeugt dieses Fahrzeug durch viel Fahrspaß und man kann sich mit ihm sogar ins leichte Gelände wagen. Hier in unserem R+V24 Drive Check haben wir ein paar Impressionen festgehalten:

Was sagen die anderen? Exklusiv für den Drive-Blog haben wir anwesende Blogger nach ihrer ersten Einschätzung zum BMW X6 gefragt, hier sind die Antworten:

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Jan (auto-geil.de): „Der neue BMW X6 polarisiert. Ich mag das wuchtige Äussere immer mehr. Aber selbst wer sich mit dem Design nicht anfreunden kann, wird feststellen, dass der X6 technisch ein sehr spannendes Auto ist, was nicht nur dynamischen Fahrspass bieten kann, sondern auch mit seinem edlen Innenraum ein gutes Fahrzeug für lange Strecken ist.“

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Benny (bimmertoday.de): „Der neue BMW X6 macht da weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat. Noch bulliger, noch selbstbewusster und bei Bedarf auch noch dynamischer zelebriert der X6 weiterhin einen Sonderweg, der für rational denkende Menschen so gar keinen Sinn ergibt – und vielleicht gerade deshalb so erfolgreich ist.“

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Thomas (autokarma.de): „Der BMW X6 bleibt auch in der zweiten Generation der extrovertierte Typ – 2,26 polarisierende Tonnen. Ein Schwergewichtsboxer, der dank guten Antrieben und überzeugender Abstimmung beides beherrscht: das sanft über die Straßen gleiten und das flott durch die Kurven tänzeln. Ob nun Freund oder Feind des BMW X6 – der Erfolg gibt dem Konzept Recht. Das hoch aufgestellten ‚Sport Activity Coupé‘ trifft meinen Geschmack zumindest wohl: breite Front, niedrige Dachlinie und viel Persönlichkeit. Genau letzteres ist, das heute so manchem Auto eher fehlt, während der X6 vielleicht gar etwas zu viel davon hat. Aber genau deshalb mag ich ihn.“

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Meine Meinung? Ich mag keine höher gelegte Coupés. Mag ich wirklich nicht. Ich finde auch, dass Fahrzeuge mit einem Fahrgewicht von über 2,2 Tonnen nicht das Prädikat „sportlich“ verliehen bekommen sollten – aber genau das ist er.

Der BMW X6 verfügt über Sportwagenwerte beim Sprint, schlägt sich ideal durch das leichte Gelände, man kann sportlich die Kurven räubern und driften kann er auch. Der typische BMW X6 Käufer, der wird sich mit dem Gefährt nicht ins Gelände schlagen, höchstens in den Großstadtdschungel.

Da hat er dann aber für deutsche Verhältnisse ein paar Defizite, was die Größe und den Wendekreis betrifft. Während man in den USA über die Werte schmunzelt, können die hier zu Lande schon zu Problemen führen.

Ich habe dem BMW X6 Unrecht getan. Beim ersten Modell hatte ich noch gesagt: „Was soll das? Wer soll so etwas kaufen?“ – BMW hat nun über 260.000 Fahrzeuge abgesetzt. Der Erfolg gibt dem Hersteller also Recht. Die Hauptmärkte? USA, China, Fernost… hier in Deutschland wird der X6 weiterhin eine untergeordnete Rolle spielen. Nach der Probefahrt muss ich fast sagen: Leider! So ist das mit dem Stolz und den Vorurteilen.