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Mit einem Audi RS7 über die Rennstrecke – ohne Fahrer?

Neuwagen / 15. Oktober 2014

Mit einem Audi RS7 über eine Rennstrecke zu fahren, ohne Tempolimit, ohne Angst vor Gegenverkehr und ohne beim Spurwechsel in den Rückspiegel zu schauen. Ja, das ist ein wahrlich traumhaftes Gefühl.

Der 4.0 Liter V8 beschleunigt dank der Leistung von 560 PS und dem maximalen Drehmoment von 700 Nm innerhalb von 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 300 km/h, jedoch wird diese auf der Rennstrecke nicht erreicht. Unterwegs waren wir in Oschersleben. Doch wir sollten nicht nur den normalen Audi RS7 fahren, sondern etwas ganz besonderes erleben.

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Prolog: Ich bin ein schlechter Beifahrer. Mir wird in Serpentinen schlecht und ich habe mehr Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten als zu anderen Fahrern. Ist einfach so. Kann ich auch nichts für. Es gibt ein paar Menschen auf der Welt, die lasse ich gerne fahren, ansonsten findet man mich hinterm Volant.

In Oschersleben musste ich das Lenkrad nicht nur los lassen, nein ich musste auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Okay, eine schnelle Runde mit einem erfahrenen Rennfahrer wie z.B. Frank Biela – die lasse ich mir ja durchaus gerne gefallen – oft erfährt man am Ende der Runde, dass die richtigen Rennfahrer auch verdammt schlechte Beifahrer sind.

Doch dieses Mal war alles anders. Hinterm Lenkrad vom Audi RS7 piloted driving concept car saß zwar ein Aufpasser, der hatte die Hände aber weder am Lenkrad, noch an den Pedalen. Über eine ausgeklügelte Sensorik und neumodischer Technik (ein verbessertes GPS, Funk- und WLAN-Technik, sowie weiteren Kameras) ist das Fahrzeug in der Lage, vollkommen autonom auf der Rennstrecke zu fahren. Man kennt das inzwischen vom Einparken, ggf. auch vom Stauassistenten, doch das sind ja noch gar keine Geschwindigkeiten.

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Zunächst einmal ein paar Infos zu dem Fahrzeug

Um für mehr Effizienz zu sorgen, schaltet der Audi RS7 im Teillastbereich vier der acht Zylinder ab und zeigt euch dies im Display des Kombi-Instruments, sonst würde es euch wahrscheinlich gar nicht auffallen. Dadurch reduziert sich der Kraftstoffverbrauch bei konstanten 100 km/h um 12% auf 8,5 Liter auf 100 km. Auch die Emissionen sinken auf 221g/km. Sobald ihr wieder kräftig Gas gebt, schaltet er die 4 Zylinder wieder zu. Der NEFZ-Verbrauch liegt übrigens regulär bei 9,5 Litern auf 100 km. Durch das serienmäßige Start-Stop-System werden Kraftstoffverbrauch und Co2-Ausstoß zusätzlich gesenkt.

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Mit den optionalen Dynamikpaketen könnt ihr die elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h auf maximal 305 km/h erweitern. Diese Erweiterung kostet euch samt Keramikbremse, Dynamiklenkung und Sportfahrwerk 12.500 Euro.

Der Audi schaltet über eine Achtstufen-Tiptronic mit lang übersetztem achten Gang, optional bekommt ihr den quattro-Allradantrieb mit einem Sport-Differenzial an der Hinterachse. Dank dem dynamischen Schaltprogramm (DSP) passt sich das Getriebe eurem Fahrstil an und die schnellen, exakten Gangwechsel finden im optimalen Drehzahlbereich statt.

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Mit „Audi drive select“ könnt ihr jederzeit per Knopfdruck in vier verschiedenen Modi den Fahrzeugcharakter verändern. Verschiedene Komponenten und Systeme vom Motor bis zum Fahrwerk lassen sich hier individuell einstellen.

Die „RS-adaptive air Suspension“ samt stufenlos adaptiver Dämpfung an allen 4 Rädern ist serienmäßig im neuen Audi RS7 Sportback integriert. Die Karosserie wird mittels elektronischer Luftfederung um 20 mm tiefer gelegt und ermöglicht ein dynamischeres Fahrverhalten. Für alle, die es noch etwas sportlicher mögen: Das noch straffere RS-Sportfahrwerk plus mit Dynamic Ride Control (DRC) ist in drei Stufen einzustellen.

Mehrere Entertainmentpakete könnt ihr gegen Aufpreis bekommen, wie zum Beispiel das Sound System von den HiFi-Spezialisten Bang & Olufsen für satte 6.000 Euro. Außen gehts dann weiter mit LED-Beleuchtung, Alufelgen im 7-Doppelspeichen-Design in Größe 9 J x 20 mit Reifen in Größe 275/35 R 20. Alles Serie.

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Gegen Aufpreis bekommt ihr die schicken Audi Matrix LED-Scheinwerfer mit abgedunkelten Blenden. Sie teilen das LED-Fernlicht in viele einzelne kleine Dioden, die mit vorgeschalteten Linsen oder Reflektoren zusammenarbeiten. Je nach Situation werden sie einzeln eingeschaltet oder gedimmt und liefern euch so eine exzellente Ausleuchtung.

Mehr Licht = Mehr Sicherheit. Ich mag die LED Technik einfach, denn sie ist nicht nur sparsamer, sondern auch lichtstärker. Einziger und großer Nachteil: Man kann die Leuchtmittel nicht so einfach austauschen, der Ersatz wird dann also immer gleich ziemlich teuer.

Der Wendekreis des neuen Audi RS 7 Sportback liegt bei 11,9 Metern und das bei einer Breite von 1,91 m und einer Länge von 5,01 m. Die Höhe liegt bei 1,42 m und der Radstand bei 2,92 m. Der lange Radstand kommt der Fahrstabilität zu Gute, enge Kurven sind dagegen nicht gerade der Freund vom RS7 und in der Stadt selber gibt es sicherlich auch wendigere Modelle.

Die intelligente Audi Leichtbautechnologie verbessert das Leistungsgewicht und steigert die Fahrdynamik. Das Gewicht von 2.005 kg spürt man trotzdem am Kurveneingang, das lässt sich einfach nicht wegdiskutieren.

Aber: Wann ist man mal auf der Rennstrecke unterwegs? Die Autobahn ist sein Revier und das mag so ein Audi RS7 gerne verteidigen. Kein großes Geheimnis, aber eine nette Anekdote: Die Testfahrzeuge von Audi haben Namen. In Oschersleben waren z.B. AJ und Bobby zu Gast:

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Zu einem Basispreis von 113.300 Euro könnt ihr den Audi RS 7 Sportback bekommen, leider kein Schnäppchen, aber ich habe letztens gelesen, dass wir nicht immer über die Preise meckern sollen, sondern lieber über unseren Verdienst.

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Unbezahlbar und vor allem gar nicht zu kaufen dürfte das Concept-Car, sprich der Versuchsträger, sein. Ausgestattet mit noch mehr Sensoren, Messtechnik und dem Kofferraum voller EDV geht der nun auf die Rennstrecke:

Er lenkt, er gibt gas, er bremst und überprüft dabei die Ideallinie gleich durch mehrere Sensoren. Das Thema Sicherheit wird bei Audi groß geschrieben, aus dem Grund läuft der Audi RS7 auch nicht auf 100%, bzw. fährt nicht auf der letzten Rille durch die Kurven.

Dennoch, das was da technisch möglich ist, ist beeindruckend. Audi hat übrigens mehrfach versichert, dass man „uns“ das Lenkrad gar nicht aus der Hand nehmen möchte, aber wenn „wir“ nicht mehr wollen, dann könnte das Auto übernehmen. Aber auch als Sicherheits-Assistenzsystem kann man sich so eine Technologie gut vorstellen. Vorsprung durch Technik? Ein Claim, der nun Lust macht auf mehr, oder?

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Hier im nachfolgendem Video stelle ich euch das Concept-Car einmal näher vor und ihr seht auch eine pilotierte Runde über die Rennstrecke in Oschersleben. Jetzt beim DTM Finale in Hockenheim wird der Audi RS7 auch noch mal die ein oder andere Runde fahren und wer weiß, was die Zukunft bringt? Nun müssen Gesetze geschaffen, das passende Umfeld errichtet werden und dann kann es los gehen mit dem teilautonomen pilotierten Fahren. Von mir aus gerne im Stau… wirklich gerne!