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Fahrbericht: Mercedes-Benz SLK 350

Gebrauchtwagen / 08. August 2014

Der Mercedes-Benz SLK wurde 1996 von Mercedes-Benz eingeführt. Der Roadster ist kleiner und günstiger als der Mercedes SL und dementsprechend darunter positioniert. Zählen wir doch einmal kurz durch.

Der erste SLK hieß intern R 170 und lief von 1996 bis 2004 vom Band. Der Nachfolger (der R171), das war der mit der Formel 1 Nase, durfte von 2004 bis 2011 die Montagebänder verlassen und seit 2011 gibt es nun den aktuellen SLK – die Baureihe R172.

Alle guten Dinge sind drei? Fährt man auch mit dem Dritten besser? Der SLK gehört auch weiterhin zu den Top 10 Cabrios (nach Zulassungszahlen) in Deutschland. Ein guter Grund, uns das Fahrzeug also einmal genauer anzusehen.

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Ein Blick auf die aktuellen Mitbewerber

Mit dem Klappdach beim SLK setzte Mercedes-Benz damals, im Jahre 96, einen Trend. Denn der SLK war der erste Roadster (der Neuzeit) mit einem festem Klappdach, welches vom Hersteller übrigens Vario-Dach genannt wird.

Doch die Mitbewerber haben teilweise auch ein Stoffdach. Zu nennen wäre da natürlich der Audi TT als Roadster, der BMW Z4 und auch der Porsche Boxster, denn der spielt preislich auch in der gleichen Liga. Günstigere Alternativen gibt es natürlich auch, wie wäre es mit einem Mazda MX5, einem Peugeot 207CC oder dem BMW 1er Cabrio? Ihr wollt lieber zu den Sternen greifen? Dann wäre der Mercedes-Benz SL oder das Jaguar F-Type Cabrio vermutlich die bessere Alternative.

Unter der Motorhaube von unserem Modell findet man einen 3,5 Liter V6 Benziner, intern auch M 276 DE 35 genannt, mit 306 PS und einem maximalen Drehmoment von 370 Nm.

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Innerhalb von 5,6 Sekunden beschleunigt der SLK 350 von 0 auf 100 km/h . Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h erreicht. Der SLK ist 4,13m lang, 1,30m flach und wenn man von Außenspiegel zu Außenspiegel misst genau 2m breit.

Der Mercedes-Benz SLK kommt serienmäßig mit einem 60 Liter Tank, beim 3,5 V6 empfehle ich den optionalen 70 Liter Tank, denn ich kam im Durchschnitt auf einen Verbrauch von ca. 10 Liter.

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Mal kurz was anderes. Wisst ihr eigentlich warum viele Fahrzeuge bei Tempo 250 abgeregelt werden?

In den 80er Jahren haben sich verschiedene Autohersteller in Deutschland einer sogenannten freiwilligen Selbstverpflichtung unterworfen, nach der neu hergestellte Pkws keine höhere Geschwindigkeit als 250 km/h erreichen sollten. Das sollte vor allem der Verkehrssicherheit, aber auch dem Umweltschutz dienen bzw. das Wettrüsten der Hersteller eindämmen.

Porsche hat sich nie dieser Selbstverpflichtung unterworfen und inzwischen fahren ja auch zahlreiche andere Modelle – teilweise optional – schneller. Wer schnell unterwegs ist, muss vorsichtig sein, denn auch wenn ihr selber – z.B. auf der Autobahn keinen Fahrfehler macht, kann euch ab Geschwindigkeiten von 130 km/h eine Teilschuld auferlegt werden, wenn euch z.B. ein anderer Verkehrsteilnehmer vors Fahrzeug zieht und ihr nicht mehr rechtzeitig bremsen könnt. Fahrt also immer nur so schnell, wie die Verhältnisse es zulassen und riskiert nicht euren Kopf bzw. andere Hälse.

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Den Hals kann man sich schon verdrehen, wenn so ein SLK vorbeifährt, oder? Ich mag die neue Form, konnte mit der Formel 1 Nase nichts anfangen. Dieser hier erinnert mich eher an den SLS und das ist doch mal ein ikonisierter Moment, oder? Der kleine SLK setzt dem bald auslaufenden SLK ein fahrendes Denkmal.



In den Radkästen drehen sich die 18″ Felgen und das Fahrzeug selbst zeigt sich, durch das optionale adaptive Sportfahrwerk, 10mm tiefergelegt. Optisch ein Leckerbissen auch das Heck, mit der Duplex-Anlage und den gelungenen Rückleuchten.

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Mercedes spielt ja beim Thema Design gerne mit Gegenpolen und Kontrasten. In der aktuellen Formsprache können wir allerdings beobachten, dass derzeitig eine Reduktion stattfindet.

Das Volumen vom Kofferraum variiert! Ist das Dach geöffnet, legt es sich ja in den Kofferraum und reduziert somit das Volumen auf 225 Liter. Ist das Dach geschlossen, dann stehen einem hier – wenn auch etwas verklüfftet – 335 Liter zur Verfügung. Die Zuladung, ich hatte es vorhin schon erwähnt, liegt bei 315 kg und diese sollte wahrlich ausreichend sein. Einen Anhänger kann man mit dem SLK nicht ziehen und auf das Dach darf man natürlich auch nichts packen. Weniger ist mehr. Und das gilt auch hier beim SLK, denn hier kann ich z.B. per Tastendruck im Innenraum das Dach verschwinden lassen.

Open-Air-Gefühl bei geschlossenem Dach ermöglicht MAGIC SKY CONTROL auf Knopfdruck. Das Panorama-Variodach verfärbt sich innerhalb weniger Sekunden von dunkel zu transparent oder umgekehrt. Im getönten Zustand wird die Aufheizung des Innenraums maßgeblich reduziert.

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Das reduziert übrigens auch die C02-Werte, denn die Klimaanlage muss dann ja schließlich weniger runter kühlen. Wusstet ihr eigentlich, dass die Automobilindustrie derzeitig an Farben und Lacke arbeiten, die ebenfalls den Innenraum „kühl“ halten sollen? Das aber nur mal so nebenbei. Ob mir dieses Feature (Tönung per Knopfdruck) wirklich fast 2.500 Euro Wert wäre? Vermutlich nicht!

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Was mich stört? Das Klappdach benötigt 20 Sekunden, das finde ich okay, aber wieso funktioniert der Vorgang nur im Stand? Nicht einmal langsam rollen darf ich. Innerhalb von 20 Sekunden könnte man mit dem SLK 350 übrigens auch von 0 auf 200 km/h beschleunigen, aber das nur mal am Rande.

Der Motor entfalten sein maximales Drehmoment zwischen 3.500 – 5.250 U/Min, die Höchstleistung von 306 PS liegt erst bei 6.500 U/Min an. Dazwischen? Vergehen ein paar Momente und der Fahrer wird, bei Volllast mit einem schönen V6-Klang verwöhnt, bei schnelleren Geschwindigkeiten wird dieser allerdings auch schnell von den Windgeräuschen geschluckt bzw. bei offenem Dach eliminiert.

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Die Lenkung lässt sich fein dosieren und ist direkt. Verbaut ist hier die Direktlenkung, die Lenkkraftunterstützung und Lenkübersetzung sind variabel. Die Rückmeldung stimmt. Die serienmäßig im 350er SLK verbaute 7G-Tronic Plus ist über jeden Zweifel erhaben und die Kennlinien lassen sich per Knopfdruck einstellen. Nicht vergessen, die 7G-Tronic Plus ist kein Doppelkupplungsgetriebe. Hier ist eine 7 Gang Wandlerautomatik verbaut. Trotzdem kann man optional manuell über die Schaltwippen Eingriff nehmen, im Eco-Modus cruisen oder im Sport-Programm die Kurven räubern, bzw. es versuchen.

Das adaptive Fahrwerk bleibt selbst im Sport-Modus noch ausgesprochen komfortabel. Auf der Autobahn sollte man auch mal den Komfort-Modus ausprobieren, dieser bügelt schnell aufeinander folgende Bodenwellen weg. Bei schnelleren Geschwindigkeiten muss man sich schon konzentrieren, denn dem SLK 350 fehlt es a) scheinbar an Überholprestige und b) ist der Geradeauslauf bei höheren Geschwindigkeiten auch nicht gerade das Gelbe vom Ei.

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Dank dem fehlenden Überholprestige durfte ich mich aber von der Qualität der verbauten Bremsanlage überzeugen, welche sich gut dosieren lässt und auch aus höheren Geschwindigkeiten heraus das Fahrzeug gut und sicher verzögert.

Feststellung, die keinen verwundern dürfte: Der SLK ist kein reinrassiger Sportwagen, er ist ein Roadster, ein Cruiser. Der 3,5 Liter V6 vorne, der Antrieb hinten. Das Gefühl dazwischen, teilweise das Heck zu verlieren, weil schnelle Lastwechsel halt doch nicht die Stärke sind. Übertriebt man es, dann greift das ESP ein, wenn man es nicht ausgeschaltet hat.

Die Grenzen der Physik kann man mit einem SLK nicht überwinden, aber will man das überhaupt? Ich würde es nicht wollen, denn einen richtigen Sportwagen baut man derzeitig doch in Alfalterbach und auf den dürfen wir gespannt sein. Entspannt cruisen, das kann mit dem SLK, doch braucht man dafür dann wirklich einen 3,5 V6? Vermutlich nicht, aber ist das nicht auch Luxus? Etwas zu haben, weil man es haben kann ohne das man es wirklich braucht?

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Der günstigste SLK ist ab ca. 39.360 Euro zu bekommen. Der Basispreis mit dem 3,5 V6 Motor und 7G-Tronic Plus liegt bei 53.103 Euro! Unser Testwagenpreis liegt bei über 77.500 Euro. Traditionell zeigt sich der kleine, offene Mercedes also hochpreisig. Nach oben? Da sind fast keine Grenzen, denn schließlich gibt es den SLK auch noch als richtige AMG Version! Günstiger wird er als Gebrauchtwagen und da sind wirklich schon einige schöne Fahrzeuge auf dem Markt.

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Ihr wollt weitere Berichte lesen? Gerne, da hätte ich z.B. den Beitrag von Sebastian Bauer oder auch den Beitrag von Fabian Meßner . Wie sich der SLK 250 CDI geschlagen hat? Das lest ihr bei Can Struck  oder Bjoern Habegger.