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Das neue T-Modell der Mercedes-Benz C-Klasse

Neuwagen / 30. Juli 2014
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Letzte Woche war definitiv ganz besonders für mich. Zum ersten Mal war ich auf einer Fahrveranstaltung eingeladen und durfte dabei das neue T-Modell der Mercedes-Benz C-Klasse Probe fahren. Nachdem wir schon über die statische Weltpremiere des T-Modells 2014 berichtet hatten, kommt nun der Test.

Technische Fakten vorweg

Unser Testfahrzeug war ein Mercedes-Benz C 250 mit AMG Paket: 4 Zylinder, 211 PS und ein maximales Drehmoment von 350 Nm bei 1.200 bis 4.000 Umdrehungen pro Minute.

Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der neue Kombi der C-Klasse in 6,8 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 244 km/h.

Über die 7G Tronic wird voll automatisch geschaltet. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, über Schaltwippen am Lenkrad Einfluss zu nehmen.

Der kombinierte Kraftstoffverbrauch (NEFZ-Wert) liegt laut Mercedes bei kombinierten 5,6 Litern. Bei meiner Probefahrt habe ich den Wert übertroffen und bin bei 8,3 Litern gelandet. Mit einem 66 Liter großen Tank ist man daher doch recht regelmäßig an der Tankstelle.

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Mein erster Eindruck

Am Frankfurter Flughafen gestartet, ging es direkt gut los. Keine 5 Meter gefahren, lief mir eine Frau mit Koffern – wahrscheinlich schon im Urlaubsmodus – vors Auto. Doch dank der vielen Assistenzsysteme, wie auch der Pre-Safe Bremse mit Fußgängererkennung bremste die C-Klasse selbstständig und vor allem rechtzeitig ab. Ich kam mit dem Schrecken davon, die Frau hat nichts gemerkt.

Auch sonst war mein erster Eindruck durchweg positiv.

Das Design stimmt von innen und außen. Auch wenn es sich bei dem neuen T-Modell um ein Fahrzeug mit einer Länge von 4,70 Metern handelt, so ist es doch sehr gefällig und wirkt nicht wuchtig. Das Interieur ist ein echter Hingucker und hat sich seit dem Vorgänger enorm weiter entwickelt.

Das Armaturenbrett wirkt wie aus einem Guss und platziert alle Instrumente sehr übersichtlich. Besonders gut gefallen hat mir die reduzierte Mittelkonsole mit dem luftig stehenden Display.

Anders als bei anderen Wagen ist das Display hier sehr hoch angebracht. Sehr angenehm beim Fahren, muss man doch beispielsweise beim Blick auf das Navi nicht unnötig weit nach unten / weg von der Straße schauen.

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Großer und flexibler Kofferraum

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Bei Mercedes tragen Kombimodelle das T im Namen. Das steht für Transport und Touristik und genau diese Zielgruppen bedient das T-Modell.

Der Kofferraum hat ein Volumen von 490 Litern; ist die Rückbank umgeklappt vergrößert sich das Volumen auf bis zu 1.510 Liter. Wie bei anderen Kombimodellen können nun hier die Rücksitze ebenfalls im Verhältnis 20:40:20 umgeklappt werden.

Maximal 95 cm breite und 103 cm lange Güter können im T-Modell transportiert werden. Nach Umklappen der Rückbank lassen sich maximal 160 cm lange Gegenstände auf einer ebenen Ladefläche verstauen. Das Leergewicht beträgt 1.545 kg und die maximale Zuladung 575 kg.

Der Kofferraum ist der Dreh- und Angelpunkt des T-Modells und daher hat Mercedes dort einiges verbessert bzw. einfacher gemacht. Praktisch finde ich die 5 verschiedenen Möglichkeiten, den Kofferraum zu öffnen:

Wie gewohnt am Schlüssel, an der Heckklappe und an der Heckklappen-Taste innen. Hinzu kommt noch eine Taste an der Fahrertür und das Hands Free Access System. Dieses System läuft über Sensoren unterhalb der Stoßstange und reagiert auf einen Kick. Tritt man unterhalb der Stoßstange, öffnet und schließt sich der Kofferraum. Einzige Bedingung dabei, der Schlüssel muss in der Tasche sein – sonst könnte ja jeder kommen.

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Karosserie: Größer, aber leichter

Das C-Klasse T-Modell ist im Vergleich zum Vorgänger länger und breiter geworden. Bei einer Länge von 4,70 m und einer Breite von 1,81 m bringt es nicht nur mehr Volumen in den Kofferraum, sondern auch mehr Bein- und Kopffreiheit vor allem auf der Rückbank. Ich habe mit meiner Größe von 1,80 m sehr bequem sitzen können und kann mir vorstellen, auch längere Strecken im Fond des T-Modells zu verbringen.

Der Fahrer- und Beifahrersitz profitiert ebenfalls von der gesteigerten Größe. Sie lassen sich elektrisch verstellen und haben – wie für Mercedes üblich – verschiedene Memory-Positionen, so dass auch wechselnde Fahrer sehr schnell ihre optimale Sitzposition finden können.

Trotz des Wachstums in Länge und Breite, ist das T-Modell der C-Klasse nicht schwerer geworden. Durch den Einbau von Aluminium bringt es nun 65 kg weniger auf die Waage.

Airmatic – von Eco bis Sport+

Bei der Airmatic handelt es sich um eine Luftfederung. Ziel der Federung ist es, hohen Fahrkomfort auch bei sportlicher Fahrweise zu gewährleisten.

Fahrer können zwischen den Modi Eco, Comfort, Sport, Sport+ und Individual wählen. Während bei den ersten vier alle Parameter fest hinterlegt sind, können sie unter Individual dem eigenen Geschmack nach entsprechend ausgewählt werden.

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Mir hat der Wechsel zwischen den verschiedenen Fahrvarianten Freude gemacht. Zum einen könnte ich das Fahrzeug so wunderbar testen und zum anderen waren die unterschiedlichen Rückmeldungen des Motors, der Federung, der Lenkung, der Bodenhaftung etc. spannend auszuprobieren.

Assistenzsysteme wo das Auge hinschaut

Im Video habe ich es ja bereits erwähnt – mein Highlight waren die Assistenzsysteme. Natürlich sind sie kein Alleinstellungsmerkmal und viele von euch werden sich nun wahrscheinlich wundern. Doch ich erlebte die Systeme wie Spurhalte-Assistent, Totwinkel-Assistent, Distronic, oben erwähnte Bremse mit Fußgängererkennung und viele andere zum ersten Mal.

Die von Mercedes als „Intelligent Drive“ bezeichneten Assistenzsystem wurden aus E- und S-Klasse übernommen und steigern Komfort und Sicherheit.

Besonders hilfreich fand ich den Totwinkel-Assistenten, der mich mit einem schrillen Ton und einem roten Dreieck im Seitenspiegel warnt, sobald ich den Blinker setze, um die Spur zu wechseln, wenn ein anderes Fahrzeug auf der Spur unterwegs ist. Durch die Kombi Bild und Ton schreckt man direkt auf und lenkt automatisch wieder ein.

Beeindruckt wiederum war ich von der Distronic. Dabei handelt es sich um einen Lenkassistenten mit Stop & Go Pilot. Der Spurhalte-Assistent unterstützt die Lenkung und mit Hilfe des Abstandswarners kann der korrekte Abstand zum Vordermann eingehalten und zur Not auch vollautomatisch abgebremst werden – optimal für eine Unterstützung im Stau.

Ich – ja gerne etwas schneller unterwegs – habe außerdem den Verkehrszeichen-Assistenten zu schätzen gelernt. Er liest die Zeichen am Straßenrand und blendet sie direkt aufs das große Display und auch auf das Display im Armaturenbrett. Da musste ich mich also nie fragen, welche Geschwindigkeit gerade erlaubt war! :)

Doch die Technik hat natürlich auch ihre Tücken. Sind die Zeichen zugewuchert und nicht mehr richtig fürs menschliche Auge zu erkennen, dann stoßt natürlich auch die in der Windschutzscheibe verbaute Kamera an ihre Grenzen.

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Fazit

Für mich ist das neuen T-Modell der Mercedes-Benz C-Klasse ein rundum gelungenes Auto!

Qualität, Optik, Haptik, Komfort – alles da. Außerdem die Möglichkeit, das Fahrverhalten zu verändern und der jeweiligen Laune oder Strecke anzupassen. Und natürlich die von E- und S-Klasse übernommenen Assistenzsysteme, machen den neuen Kombi der C-Klasse zu einem tollen Auto!

Einziger Kritikpunkt ist für mich daher der Preis. Als Basispreis wird von Mercedes 35.224 Euro angegeben. Unser Fahrzeug lag mit der Sonderausstattung etwa 30.000 Euro darüber und kam auf mehr als 65.000 Euro. Nach oben ist da jedoch, wie es so schön heißt, „Ende offen“.

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Und natürlich waren auch noch andere Blogger auf der Fahrveranstaltung und haben das neue C-Klasse T-Modell getestet:

Robert Basic schreibt über den „König der Kombis“: „Seid Ihr schon einmal einen Benz gefahren? Ok, Antwort erledigt. Im Gegensatz zum alten C-Klasse Kombi in allen Bereichen einen Tacken besser. Lass Euch nicht lumpen, setzt Euch rein, macht eine Probefahrt und Ihr werdet verstehen, was ich meine. Entspanntes Dahingleiten, wohlig fühlen, kein Stress, notfalls kann man auch Dritte im Straßenverkehr enstpannt überholen. Stressfrei einsteigen, stressfrei ankommen. Ob mit 80, 120 oder 180. Alles easy. Das drängelnde Blinken könnt Ihr anderen überlassen.“

Bjoern Habegger ist wie ich angetan von der Airmatic: „Interessant ist die in beiden Versionen erhältliche Airmatic. Zum ersten mal in diesem Segment ist eine Luftfederung erhältlich und das Urteil hierzu ist klar: Kaufen. Wer den Kombi für die lange Fahrt nutzt, der kommt um die Luftfederung nicht herum. Autobahn-Querfugen, Frostschäden auf der Landstraße oder die dazu gehörige Agility-Control. Das gesamte Fahrwerks-Setup ist vollständig überzeugend. Locker im Comfort-Modus über die Autobahn gleiten, im Sport-Modus die Landstraße genießen und bei Sport+-Einstellung die ganze Dynamik des Stuttgarter Kombi erleben.“

Mein Mitfahrer Jens Stratmann zählt diverse Vorzüge des Kombis auf, besonders im Fokus liegt bei ihm der Kofferraum: „Große Klappe – viel dahinter? Die Heckklappe (besteht aus Aluminium) lässt sich optional auch per Fußkick öffnen, damit stehen fünf verschiedene Öffnungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dahinter gibt es meiner Meinung nach genug Stauraum und vor allem eine ebene Ladefläche. Die Ladekantenhöhe ist mit ca. 60 cm eher “zu tief” als zu hoch, von daher gibt es da auch nichts zu meckern. Sind die Sitze umgelegt, passen Gepäckstücke mit einer Länge von 1,60 Meter hinter die Vordersitze, die bis zu 95 cm breit sein dürfen.“

Fotos: © Jens Stratmann