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Test / Fahrbericht: Der neue VW Scirocco R – 2014! Mehr als nur ein Facelift?

Neuwagen / 16. Juli 2014

Volkswagen spricht vom „neuen VW Scirocco“! Wobei so richtig neu trifft es diesmal nicht, denn dieser Scirocco ist doch eigentlich nur ein Facelift, oder?

Der VW Scirocco war schon immer ein dreitüriges Fahrzeug mit 4 Sitzplätzen, wobei man sich schon im Jahre 1974 bewusst war, dass man hinten nur in den seltensten Fällen sitzt.

Basierte der erste VW Scirocco auf der Plattform vom VW Golf I, so basiert der aktuelle Scirocco auf der Golf 5 Plattform – doch unter der Motorhaube, da hat sich einiges getan. Sämtliche Motoren erfüllen jetzt die Euro 6 Norm, wurden effizienter, bieten mehr Leistung und verfügen über eine höhere Endgeschwindigkeit.

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Liefen der Ur-Scirocco und sein Nachfolger von 1974 bis 1992 noch in Osnabrück – damals bei Karmann – vom Band, so wird der neue Scirocco in Portugal gefertigt.

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Werfen wir ganz schnell einen Blick auf die Optik. Die Scheinwerfer zeigen sich nun schmaler und der Frontstoßfänger agressiver gezeichnet. Die Seitenlinie blieb fast unverändert, doch das Heck dominiert durch die neuen Rückleuchten und der veränderten Heckstoßstange. Die Heckklappe lässt sich nun – endlich – über das VW Emblem öffnen und die Heckklappe selbst bekam nun auch eine Licht-Kante, die das Fahrzeug noch mal streckt.

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Motoren neu, Optik geschärft, der Antrieb erfolgt weiterhin über die Vorderachse. Selbst beim 280 PS starken VW Scirocco R steht kein Allrad zur Verfügung. In den Radkästen drehen sich serienmäßig bereits 17″-Leichtmetallräder. Optional finden auch 18 bzw. 19″ Felgen Platz.

Die Rückleuchten zeigen sich nun serienmäßig mit LED Technik. Gespart hat man an den Scheinwerfern. Während es den VW Polo bereits mit LED Technik gibt, bleibt es beim neuen Scirocco nur bei H7 oder Xenon.

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Die Lenkung verfügt über eine geschwindigkeitsgeregelte Servolenkung. Die Rückmeldung ist okay und der Scirocco lässt sich präzise lenken. Der Fahrer greift zum ergonomisch gestaltem Lederlenkrad während er auf Sportsitzen sitzt, die ebenfalls in der Höhe verstellbar sind.

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Um auch bei sportlicher Fahrweise einen kühlen Kopf zu bewahren, ist die Klimaanlage serienmäßig verbaut.

Es stehen zahlreiche Sicherheits- und Assistenzsysteme zur Verfügung, sowie zum Beispiel der Bremsassistent oder eine Rückfahrkamera, die ich auf Grund der Bauform und der damit verbundenen Rundumsicht nur empfehlen kann. Bei unserem Testfahrzeug war kein Totwinkelwarner verbaut, aber diesen würde ich aus Sicherheitsgründen auch empfehlen.

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Verbaut ist das „alte“ Navigations-System -und das kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Selbst der VW Polo fährt nun mit Lichttechnik (es werden optional Voll-LED Scheinwerfer angeboten), aber auch mit einem besseren Infotainmentsystem davon und das obwohl man bei Volkswagen durchaus weiß, dass der VW Scirocco die jüngste Zielgruppe erreicht.

Ambitionierte Hobby-Rennfahrer werden darüber meckern, dass man das ESP nicht komplett ausschalten kann. Aber das Thema Sicherheit wird bei VW natürlich groß geschrieben. Das ESP wird in einen Sportmodus geschaltet und reagiert etwas später.

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Die Bremsen sind ausreichend dimensioniert und das Fahrwerk zeigt sich – wie gewünscht – sportlich abgestimmt. Optional gibt es auch ein adaptives Fahrwerk. VW nennt diese Technik DCC, hier hat man die Wahl zwischen normal, komfortabel und sportlich.

Den Unterschied spürt man: Im Comfort-Modus wird der VW Scirocco zum Cruiser und im Sport-Modus lädt er zum Kurven räubern ein.

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Um die Traktion und damit auch die Kontrolle über das Fahrzeug zu verbessern, wurde auch im aktuellen VW Scirocco eine elektronische Differenzialsperre verbaut. Das XDS System bremst das kurveninnere Vorderrad bei flotten Kurvenfahrten ab und soll so das Untersteuern reduzieren.

Das klappt bei normaler Fahrt prächtig, übertreibt der Fahrer es, dann wird er die Grenzen der Fahrphysik kennenlernen und über die Vorderachse schieben.

Auch bei nasser Fahrbahn hat die Technik hin und wieder Probleme das Drehmoment von 350 Nm auf die Straße zu bekommen und man wünscht sich in dem Fall das 4MOTION System vom VW Golf R herbei, welches es aber auch weiterhin nicht im VW Scirocco R geben wird.

Geschaltet wird entweder über ein manuelles Getriebe oder man lässt schalten! Das, ebenfalls optional, erhältliche Doppelkupplungsgetriebe ermöglicht ein Schalten ohne Zugkraftunterbrechung und auch die Kennlinien vom DSG lassen sich von komfortabel in sportlich schalten. Im Sportmodus werden die Gänge weiter ausgefahren, bzw. es wird eher zurückgeschaltet.

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Auch wenn viele sagen, dass man sich nur in einem Fahrzeug mit manueller Schaltung so richtig verbunden mit dem Fahrzeug fühlt, möchte ich betonen, dass ich persönlich eher ein DSG Modell nehmen würde.

Entspannt in der Stadt und wenn man dann wirklich mal schalten möchte, dann kann man ja Eingriff über die Schaltwippen hinterm Lenkrad nehmen bzw. über den Gangwahl-Hebel.

Der Innenraum ist sportlich gestaltet, die drei Anzeigen auf dem Armaturenbrett erinnern an den Ur-Scirocco, angezeigt weden hier übrigens Ladedruck, die Öltemperatur und eine Stoppuhr gibt es auch noch.

Kritikpunkt: Die Stoppuhr lässt sich nicht vom Lenkrad aus bedienen. Soll der ambitionierte Hobbyrennfahrer etwa seine Hand vom Lenkrad nehmen, während er gerade eine Runde Nordschleife fährt? Dort wurde das Fahrzeug übrigens auch abgestimmt und jeder lobt, was Nürburgring-erprobt.

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Überrascht war ich vom 312 Liter großen Kofferraum. Damit wird der Scirocco, auch wenn er über eine hohe Ladekante (man muss die Ladegüter zunächst 85 cm hoch heben, um sie anschließend wieder 35 cm abzusetzen) verfügt, ja noch richtig alltagstauglich. Natürlich nur für Singles bzw. Paare. Familien dürften sich im VW Golf wohler fühlen.

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Der VW Scirocco (R) verfügt über einen 55 Liter Tank. NEFZ sagt: 8,0 Liter (beim VW Scirocco R) – ich behaupte, dass man die Brennräume vom 2.0 Liter Turbo-Direkteinspritzer auch durchaus mit 12 Liter Kraftstoff kühlen kann.

Der Kraftstoffverbrauch hängt – wie immer – auch von der Gaspedalstellung ab. Beim Zurückschalten rotzt der R etwas und bei der Beschleunigung erklingt ein sonorer Klang. Die Sound-Ingenieure haben ganze Arbeit geleistet, denn im Innenraum klingt er besser als draussen und das geht für mich in Ordnung, ich sitze ja schließlich in der Regel im Fahrzeug.

Der VW Scirocco ist der sportliche Golf. Punkt!

Die Preisfrage? Los geht es ab 23.900 Euro. Wenn man den 280 PS starken Scirocco R fahren möchte, muss man mindestens 36.175 Euro investieren und wie immer darf es auch bei Sonderwünschen / optionalen Ausstattungsfeatures noch etwas mehr sein.

Pflichtkauf: Rückfahrkamera! Auch wenn diese (bei Regen) ungeschützt im Kennzeichenkasten hängt, bringt sie beim Einparkvorgang entscheidende Vorteile mit sich.

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Tja, ist der neue VW Scirocco jetzt doch nur ein Facelift?

Ja! Er basiert immer noch auf dem VW Scirocco 3, daran ändern auch ein paar neue Teile nichts, aber warum sollte man ein Erfolgsmodell optisch stark verändern? Gewünscht hätte ich mir die neue Sicherheitstechnik, gerne einen adaptiven Tempomaten (ACC), sehr gerne das neue Infotainmentsystem, aber was nicht ist, kann ja noch kommen.

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Was schreiben die anderen Blogger über den neuen VW Scirocco?

Jan Gleitsmann: „Positiv überascht hat mich das Platzangebot im Fond. Der neue Scirocco ist ein 2+2 Sitzer, da erwartet man ja nichts von der Rücksitzbank. Ich konnte mit meinen 180cm Körpergröße nach dem Hineinzwängen in den Fond aber doch sehr anständig sitzen, wenn auch ungewohnt gerade. Beinfreiheit und Kopffreiheit waren ausreichend. Zudem sitzt man ein wenig schräg zur Mitte versetzt und leicht erhöht hinter den beiden vorderen Sitzen, so dass man doch noch sehr viel vom Fahren mitbekommt.“

Thomas Majchrzak: „Das Doppelkupplungsgetriebe DSG schaltet dabei fast stufenlos hoch. Gegenüber dem manuellen 6-Gang-Getriebe fällt hier ein Aufpreis von 1.900 Euro an. Mit dem von uns getesteten Schaltgetriebe ist man dafür brachialer unterwegs. Sportliche Puristen werden hiermit glücklich. Wie gewohnt von VW funktioniert das Getriebe tadellos und butterweich.“

Lisa Schwarz: „Vielen fällt es auf den ersten Blick gar nicht auf, aber der neue Scirocco ist kantiger geworden! Und passend gesetzte Kanten und Linien lassen den neuen VW Scirocco sogar noch etwas sportlicher und tiefer liegend aussehen.“ … und das belegt Lisa dann auch mit passenden Vergleichsfotos.

  • Markus Rieksmeier

    Wie wenig Sachkenntnis drückt es aus, wenn Motoren über eine „höhere Endgeschwindigkeit verfügen“? Im Ansaugtrakt oder vielleicht im Kurbelwellengehäuse?

    Zum zigsten Mal: „Stoßstangen“? Im Jahr 2014? Jedes Mal?

    Die Lenkung verfügt über eine (…) Servolenkung. Wie arm formuliert. Auch ist an diesem Auto – wie wohl an vielen Drive-Blog-„Testwagen“ vieles „verbaut“ ist. Drei mal wurde hier in einem Textteil armsprachlich „verbaut“. Später wird auch noch eine Differenzialsperre: „verbaut“.

    „Das ESP wird in einen Sportmodus geschaltet und reagiert etwas später“. Nein: Das ist sprachlich und technisch kausal falsch: Erst WENN das ESP in den Sportmodus gesetzt wird, DANN reagiert es später. Umgekehrt ist es umgekehrt. Sonst falsch

    Das XDS-System (bei dem sich der Leser fragt, was das ist. Haldex für Arme?) „bremst das kurveninnere Vorderrad“ und soll „Untersteuern verhindern“(?): Das kann es nicht, weil das entlastete Innen-Rad im Regelmoment bei (sehr) „flotter“ Kurvenfahrt kaum noch Antriebs- und Führungsaufgaben übernehmen kann – quasi egalisiert ist.

    Ein Bremsen des Innenrades bewirkt das Umkehren des Differenzialeffektes und belastet das ohnehin maximal belastete Außen-Rad noch weiter. Der Untersteuereffekt steigt. Allenfalls kann die Umverteilung des Moments nach außen den Vortrieb steigern, nicht aber Untersteuern mindern! Mehr einlenken macht sodann schneller. Aber mit mehr Untersteuern (nicht weniger) und bis die Grenzen der Fahrphysik erreicht sind.

    „Übertreibt“ es der Fahrer im Weiteren, dann sind die Grenzen der Fahrphysik (Untersteuern) bereits überschritten, und zwar bereits seit den beschriebenen Effekten im vorherigen Absatz; auch in der zeitlich kausalen Abfolge.

    Dass dem Scirocco R in den zuvor geschilderten buchstäblichen Momenten „4Motion“ fehlt, stimmt. Nur weiß nicht zwangsläufig jeder Leser, dass es sich dabei (wie beim Golf R) um Allradantrieb handelt, bei dem ferner eine Haldexkupplug an der Heckachse für bis zu 100-prozentige (Halb-)Kraft am hinteren Außen-Rad sorgt (in etwa die andere Hälfte des Drehmoments geht bei 4Motion an die Vorderachse).

    Wurde eigentlich das DSG-Getriebe jemals im Drive-Blog erklärt? Eine Porsche-Erfindung vor gut 25 Jahren. 2 Getriebe mal 3 (oder 3 + 4 = 7) Gänge; integriert in eine Box. Zwei Kupplungen. Statt zu „schalten“ wird nur um-gekuppelt. Das Schalten selbst geschieht im Hintergrund – unterbrechungsfrei. Kleiner Image-Hinweis: Auch Bugatti verwendet dieses Prinzip (Riccardo hat das Bugatti-Monster-DSG entwickelt).

    Übrigens hatte der Ur-Scirocco nie aufgesetzte Zusatz-Instrumente; nie eine Stopp-Uhr. Und: Auch wenn es (wiederholt in diesem dilettantisch Blog bemüht) cool klingt: Brennräume werden schon seit Langem nicht mehr mit Sprit „gekühlt“, weil die Hersteller aus Verbrauchs- und vor allem Abgasgründen schon lange auf die frühere Volllastanreicherung (Benzinüberschuss bei Vollgas) verzichten. Mercedes – andere Daten habe ich spontan nicht – zum Beispiel bereits seit 1993 beginnend bei V8 und V12. Der Grund: Bei Volllastanreicherung entfernt sich das Gemisch zu stark von Lambdá 1, also dem optimalen chemischen Abgasverhältnis: Luftanteil 14,7 : 1 Anteil Benzin.
    Physikalisch richtet sich das Verhältnis nach dem effektiven „Liefergrad“ hinter dem Saugrohr (bei Direkteinspritzern im Brennraum). Nein, nein: dies gehört nicht ins Blog (dort sind schließlich keine Motor-Ingenieure versammelt), aber in das Repertoire – hier der Unterlassung – des Autors. Wir erzählen seit etwa 1986 ja auch keine Geschichten mehr über Vergaser, die seit Einführung des G-KAT ausgestorben sind.

    So gesehen ist der Beitrag zum Scirocco („Lichtkante“? am Heck) ebenso irrelevant und nicht nachrichtenwertig wie der kürzlich gelieferte Beitrag zum (neuen?) Opel Adam.

    Ohne mindesten Sachverstand, sprachlich arm. Und langweilig. Ich bin gespannt auf das in jeder Hinsicht, aufgrund der im Blog gesammelten Erfahrungen, Referenzen und Kompetenzen des Autors, zu erwartende Armutszeugnis des Drive-Blog zum neuen Smart!

    Dieses Blog ist wiederholt und technisch/ stilistisch begründet keine Referenz für die R+V24! Eher eine Reputationsbelastung.

    • Oro

      Omfg wie frustriert bist du denn ? Das ist der beste Bericht bislang über den Scirocco den ich im Netz gefunden hab.
      Danke Leute.

      • Markus Rieksmeier

        War etwas fachlich falsch? „Bester Bericht“: Auto-Motor-und-Sport war es einen Bierdeckel-großen Beitrag wert.

        • Tino

          Ahhhhja na da du hast den Durchblick also ich denke das dein Wissen ergoogelt ist.sowas von was kommt denn die endgeschwindigkeit von einer schwimmsattelbremse oder was. Ohh mann wieder so ein ami liebhaber kack covette mach ich mit meinem rs6 4b in jeder kurve fertig allein das fahrwerk was druckgeregelt und miteinander gekoppelt ist ist es um Meilen besser.

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