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Der neue BMW M3 im Drive-Check – Fahrbericht – Test – Liebeserklärung!

Neuwagen / 14. Mai 2014

Es gibt nicht viele Momente wo ein Mann Schmetterlinge im Bauch spürt. Ich kann mich an meine Momente erinnern! Das erste Mal verliebt, das erste Mal in einer Achterbahn, das Gefühl, meine Tochter das erste Mal im Arm zu halten und um zurück zum Thema Automobil zu kommen, bei genau drei Fahrzeugen.

Es war der Mercedes-Benz E63 AMG S, der mich zum ersten Mal zum glucksen gebracht hat, der Porsche 911 Turbo hat es ebenfalls geschafft und nun reiht sich ein neuer Geselle in diese Triologie ein: Der neue BMW M3!

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Wahnsinn! Von 0 auf 100 km/h innerhalb von 4,1 Sekunden, wenn man sein Gasfuß nicht im Griff hat, möchten die 550 Nm die hinteren Räder selbst im dritten Gang noch zum Durchdrehen bringen. Gott sei Dank gibt es inzwischen ESP ;).

Die Höchstgeschwindigkeit? Von der habe ich in dem wunderschönen Portugal nur geträumt. Tempo 90 auf den Landstraßen, Tempo 120 auf der Autobahn und das bei einem Wetter zum Helden zeugen. Bei gefühlten 28°C im Schatten fuhr ich die heißeste Kiste und das Beste aus zwei Welten.

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Der Motor: Ja! Ich weiß! Es ist kein V8 mehr! Gähn! Die Diskussion langweilt mich, ich bin aber auch kein bekennender M3-Jünger. Natürlich klingt ein V8 besser als ein Reihen-Sechszylinder, doch das was BMW da auf die Räder gestellt hat verdient nur einen Begriff: Perfektion! Der Motor dreht, zwangsbeatmet durch zwei Turbolader, bis zu 7.600 Umdrehungen pro Minute und das Fahrzeug schiebt so wunderschön über das Heck nach vorne.

Motor vorne, Antrieb hinten. An dem Grundrezept hat BMW beim aktuellen BMW M3 (Baureihe F30) nichts verändert und ich liebe es. Ich liebe auch das Gefühl, wenn die Klappenanlage der Sportabgasanlage sich öffnet und mir der tiefe sonore Klang das Zwergfell massiert. Ein O(h)rgasmus für die Sinne. Da muss sich das Premium-Soundsystem von harman kardon schon anstrengen, wobei dieses auch sehr gut ist.

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Der Kofferraum schluckt 480 Liter Gepäck, vier Personen können bequem im neuen BMW M3 sitzen und das Fahrzeug selbst genehmigt sich bei gesitteter Fahrt zwischen 8,3 und 8,8 Liter nach NEFZ. Den Wert kann man verdoppeln, den Wert kann man sogar verdreifachen. Doch diese Schmetterlinge im Bauch, die sind mit Kraftstoff nicht aufzuwiegen, die sind unbezahlbar.

1,5 Tonnen bringt der neue BMW M3 auf die Waage, damit das Gewicht im Rahmen blieb setzte BMW auf ultrafeste Stahle, Aluminium und den Stoff aus dem Rennsportträume sind. Antriebswelle, Innenbauteile, Domstreben und das Dach bestehen aus Carbon. Aus einer Melange aus Carbon und Keramik bestehen auch die optional verfügbaren Bremsen, die besser zubeißen können als mancher Zahnarzt in seinen Apfel.

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Ich versuche objektiv zu bleiben, doch es gelingt mir nicht. Wenn man sich verliebt hat, dann handelt man nicht mehr rational. Los geht der Preis ab 71.500 Euro, unser Testwagen hatte einen Wert von über 100.000 Euro. Ja, dafür bekommt man schon in manchen Gegenden eine kleine Eigentumswohnung – doch die ist defintiv nicht so sportlich und dynamisch.

Ich sagte es schon: Das Beste aus zwei Welten. Einigermaßen komfortabel für den Alltag und wenn man mag, dann geht es sportlich über die Rennstrecke. Als Mitbewerber sehe ich derzeitig nur den aktuellen C63 AMG – bzw. müssen wir da erst mal auf den Nachfolger warten.

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Meine Empfehlung: Macht bloß keine Probefahrt, wenn ihr nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügt, denn ich möchte nicht, dass ihr an einem gebrochenen Herzen sterbt. Der neue BMW M3 ist ein Fahrzeug zum Verlieben, doch diese käufliche Liebe muss man sich leisten können.

7.300 Euro für die Carbon-Keramik Bremsen, 1.900 Euro für das adaptive Fahrwerk, 2.050 Euro für die 19″ Felgen im Doppelspeichen-Style, 3.100 Euro für das ConnectedDrive Infotainmentsystem, aber lasst uns beim Thema Liebe besser nicht über das Geld reden, das ist doch unromantisch.

Ich kann mich noch gut an die legendären BMW M3 erinnern, damals schon holten sie sämtliche Titel, in der letzten Saison sah es für BMW mit dem DTM M3 ja auch schon ganz gut aus und dieses Jahr geht BMW mit dem DTM M4 an den Start. 1. Rennen, 1. Sieg. So kann es für die Bayern weitergehen.

Den BMW M4 habe ich mir auch einmal kurz angesehen. Das Coupe teilt sich mit dem BMW M3 ja die gleiche Plattform, ist also ebenfalls 4,67 Meter lang. Allerdings ist der BMW M3 ca. 7 mm schmaler und auch 5 Zentimeter höher. Das liegt an der veränderten Karosserie.

Vom Fahrgefühl, ich bin zum Schluss dann doch noch beide Modelle mal kurz gefahren, tun die sich nichts; im M4 ist die Sitzpostion etwas anders, aber das fällt nun wahrlich nicht ins Gewicht. Der BMW M4 wiegt etwas weniger, hat zwei Türen weniger, breite Backen hinten und vor allem die Coupé-Form, die rahmenlosen Türen vorne und den integrierten Heckspoiler in der Kofferraumklappe.

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Was kritisiere ich beim BMW M3? Den aufgesetzten Heckklappenspoiler. Irgendwas muss ich doch bemängeln, sonst bin ich doch kein Journalist. Man sucht doch stets nach der Nadel im Heuhaufen und eigentlich nervt mich das, denn wenn ein Fahrzeug so gut ist wie der BMW M3, dann möchte ich das auch einfach sagen können und muss nun auch nich Pseudo-Kritiken wie Preis oder Verbrauch (der ja vom Gasfuß abhängig ist) nach vorne schieben. Der BMW M3 ist geil. Punkt!