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Neuwagen der Woche: MINI Cooper Paceman SD

Neuwagen / 02. August 2013

Es war in den 90er Jahren! Babylon Zoo hatte 1996 mit „Spaceman“ ein One-Hit Wonder. Fünf Jahre später kam der erste BMW Mini auf den Markt und überraschte damit nicht nur die Mini-Fan-Gemeinde. Lieben oder hassen, mögen oder lassen – ein dazwischen gibt es nicht. Weder bei dem Song „Spaceman“ noch beim BMW MINI und schon gar nicht beim aktuellen 2013er BMW MINI Cooper Paceman SD.

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Den MINI gibt es inzwischen ja auch als Maxi Version, als eine Art Crossover-SUV heißt er Countryman. Dabei bietet das Fahrzeug etwas mehr Bodenfreiheit, etwas mehr Platz und überzeugt ansonsten doch durch den ganz besonderen MINI-Charme, der vor allem die Damenwelt zu erreichen scheint.

Der MINI Cooper Paceman hingegen ist ein Fahrzeug, welches 2 Türen weniger hat als der Countryman und somit eine coupéhafte Formgebung vortäuscht. Gut fürs Auge, schlecht für die Haptik? Nun, das Einsteigen in den Fond ist so natürlich erschwert, wer häufiger zu viert fährt oder Kinder hat, sollte zum Countryman greifen.

Verschärfte Optik? Der MINI Cooper Paceman SD sieht aus wie ein krawalliger John Cooper Works, hat sportliche Lufteinlässe und verchromte Endrohre. Unter der Haube ist allerdings ein 2.0 Liter Diesel-Motor, der den Luxus-Kompaktwagen mit 143 PS beflügeln soll. Ist die Sporttaste betätigt, bereitet er sogar Fahrspaß. Rekordwerte sollte man allerdings nicht erwarten. Von 0 auf 100 km/h braucht er ca. 9,2-9,4 Sekunden und der Vortrieb endet bei ca. 200 km/h. Bei 143 PS und einem maximalen Drehmoment von 305 Nm hätte ich da eigentlich etwas mehr erwartet, auch wenn ich gestehen muss, dass man ihn durchaus sportlich bewegen kann. Wer es noch schneller mag, muss halt zum JCW greifen.

MINI PACEMAN. DESIGN, DAS AUF DIE STRASSE MUSS. So bewirbt der Hersteller das Fahrzeug und unterstreicht damit eigentlich auch meine Einschätzung. Auch wenn der MINI Paceman SD einen Hauch von SUV-Charakter versprüht, ist er ein Wagen für die Straße. Für die Stadt. Nicht unbedingt für das Gelände.

Ehrlich! Der MINI Cooper Paceman SD ist ehrlich, er ist ein reiner 4-Sitzer! Eine fünfte Person hätte sowieso keinen Platz und so kommt man mit der maximalen Zuladung von 470 kg auch sehr gut aus. Der Kofferraum hat ein Volumen von 330 – 1080 l und der Tank fasst 47 Liter. Ich muss aber auch ehrlich gestehen, dass bei unseren Probefahrten der NEFZ-Wert von 4,6-5,7 Liter auf 100 km nicht erreicht werden konnte.

Etwas surreal ist der Fahreindruck. Man sitzt, übrigens auf guten (einstellbaren) Sitzen, etwas erhöht und hat trotzdem ein Go-Kart Feeling. Die Lenkung ist gut, das Fahrwerk ebenso und auch die Kopffreiheit ist vorne und hinten ausreichend (bei Personen bis zu einer Größe von 1,80 Metern).

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Das Lenkrad ist axial und vertikal verstellbar, die Gurthöhe ist leider nicht einstellbar. Kleinere Mitmenschen sollten also bei der Probefahrt darauf achten, ob eine ideale Sitzposition gefunden werden kann. Weitere Highlights im Innenraum? Das interessante Schienensystem: Man kann sich quasi die Halter so positionieren, wie man sie gerne hätte und sich den Innenraum so bei Bedarf umgestalten. Und wer sich die Aufpreis pflichtige harman-kardon Anlage leistet, wird nicht enttäuscht sein.

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Der Kofferraum überzeugt durch einen ebenen Ladeboden, sofern man den doppelten Boden montiert lässt. Nimmt man ihn heraus, kann man z.B. auch einen Kinderwagen transportieren. Die Rücksitz-Lehnen sind vom Kofferraum aus umklappbar. An den Rücksitzen gefallen die starren Gurtpeitchen, Kinder können sich hier auch alleine schon sehr gut anschnallen. Der Fahrer- und der Beifahrersitz fahren beim Einsteigen weit nach vorne und erleichtern so den Einstieg in den Fond. Wer allerdings häufiger den Weg nach hinten bestreiten will / muss, der sollte, wie bereits in der Einleitung geschrieben,  sich wirklich überlegen, ob der Paceman SD der richtige MINI ist.

Vermisst habe ich wahrlich eine Rückfahrkamera, unser Testfahrzeug war zwar mit einer Einparkhilfe ausgestattet, jedoch sehe ich inzwischen eine Rückfahrkamera in der Klasse als „Serie“ an. Die breite C-Säule verdeckt doch recht viel und auch das Fenster hinten reicht nicht für den notwendigen Durchblick.

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Fazit: Nicht gefährlich, dafür ehrlich! Nicht gewöhnlich, aber auch nicht wohnlich. Gut verarbeitet, leider für „Umsteiger“ von anderen Marken zunächst nicht ganz so leicht zu bedienen. Es bedarf etwas Eingewöhnungszeit um z.B. das Infotainmentsystem zu bedienen. Keine Angst, der Paceman SD kann die Geschwindigkeit auch digital hinter dem Lenkrad anzeigen- man muss sich also nicht auf den großen – runden – Bandtacho verlassen. Ein Fahrzeug für Individualisten – doch sind das nicht die heimlichen Könige auf allen Pisten?

Was haben die anderen Blogger so über den speziellen MINI Paceman geschrieben?

Eine gute Glaskugel hatte Axel Griesinger, denn er schrieb schon im letzten Jahr: „Man kann über Sinn oder Unsinn eines Pseudo-Geländewagen-Coupés natürlich trefflich streiten, doch selbst die größten Kritiker müssen zugeben: Der Paceman hat was. Besonders als John Cooper Works mit allen typischen Insignien. Doch das wird sich MINI vermutlich auch teuer bezahlen lassen. bigblogg tippt auf rund 36.000 Euro Einstandspreis…“  – der richtige John Cooper Works (hier ein Testbeitrag im Radical-Mag) liegt tatsächlich in dieser Preisklasse. „Unser“ MINI Cooper Paceman SD ist mit einem Einstandpreis von 28.500 Euro dann schon etwas günstiger.

Kollege Dietmar Stanka schreibt für neuwagen.de und auch er hatte den John Cooper Works unter seinem (schweren) Gasfuß. Nachfolgendes Zitat passt natürlich auch zum Paceman SD: „Ist der Paceman sinnvoll? Hmm. Tja. Trotz all der angestellten Überlegungen kamen wir zu keinem pragmatisch scheinenden Ergebnis. Er ist faktisch so groß wie der Countryman, aber nicht so praktisch. Er ist nicht so agil wie ein klassischer MINI JCW, dafür durstiger und teurer. Aber er sieht cool aus.“

Ob er wirklich „cool“ aussieht, darf ja jeder für sich entscheiden. Er sieht auf alle Fälle anders aus und anders sein ist ja manchmal schon cool genug.

Jan Gleitsmann hatte den gleichen Testwagen wie ich, er bestätigt meinen Eindruck: „Ich fand den 2013 MINI Cooper SD Paceman in der Stadt und auf der Landstrasse durchaus spritzig. In der Mittelkonsole ist einer der Kippschalter mit “Sport” (Aufpreis 130 Euro) betitelt. Ich bin ja ein großer Fan dieser Sport-Tasten. Im Alltag fährt man eben ganz normal, aber wenn man mal etwas mehr Fahrspass haben möchte auf der Lieblingslandstrasse, dann genügt eben ein Fingertip und schon nimmt das Fahrzeug wesentlich besser Gas an und bewegt sich deutlich agiler. Auf der Autobahn hingegen könnte der MINI Cooper SD Paceman für meinen Geschmack noch ein wenig mehr Leistung vertragen. Nichts hindert einen davon auch auf den linken Spuren zügig mitzuschwimmen, wer aber auf der freien Autobahn die 200 erreichen will, der muss ein wenig Geduld haben.“

Falls ihr euch für den MINI Cooper Paceman SD  interessiert, könnt ihr hier schauen, wie hoch der Versicherungsbeitrag ist.

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Sein Revier ist tatsächlich eher die Landstraße, auf der Autobahn wird er etwas durstig. Heute ist der 02.08.2013, ein ganz besonderer Tag. Ein paar Automobilblogger haben sich heute zusammengeschlossen um gemeinsam an die „Rettungsgasse“ zu erinnern. Diese wird im Stau auf der Autobahn viel zu selten gebildet, dabei kann diese Menschenleben retten. Hier im Drive-Blog möchten wir uns der Aktion natürlich anschließen und zeigen hier ebenfalls ein Video, wie man sich im Stau zu verhalten hat:

Weitere Blogger, die heute z.B. auf das Thema hinweisen: Mario, Oli, JanThomas, Peter, Matthias, der andere Thomas, Markus, Mikhail, Kai, der andere Matthias und natürlich meine Wenigkeit.